Zirkus Erdogani: Polit-Zirkus-Gedicht

Polit-Zirkus-Gedicht
Zirkus Erdogani:

Herr Erdogan,
was ist das für ein Zirkus?

Einen nur winzigen Zipfel im Südosten Europas bedeckt
die Türkei, die sich sonst über ganz Kleinasien erstreckt.
Strahlendes Land mit hohen Bergen, Flüssen und Seen,
Buchten und Strände an vier Meeren im Fokus stehen.
Historische Stätten als Zeugen der einzigartigen Kultur,
haben Jahrhunderte überdauert mit vielerlei Skulptur.
Eine Vielzahl asiatischer Stämme übte aus ihre Macht,
Römer entfalteten Jahrhunderte in Byzanz ihre Pracht.
Mit der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen
endete das Byzantinische Reich, bitter für die Untertanen.
Christliche Einflüsse dieser Zeit Erinnerungen wecken,
historische Relikte der Christen sind überall zu entdecken.
Sechshundert Jahre überdauerte das Osmanische Reich,
entwickelte sich, schon Türkei genannt, des Ruhmes reich.
Zur besten Zeit vom Balkan bis Persien es sich erstreckte,
die Küsten Arabiens, Nahost und Nordafrika es bedeckte.
Als Erster Weltkrieg und Befreiungskriege waren vorbei,
begründete Mustafa Kemal Atatürk die moderne Türkei.
Nach europäischem Vorbild geschaffen wurde der Staat,
die Religion vom Staat getrennt, ohne Sultanat und Kalifat.
Reformen in Politik und Gesellschaft formten die Türkei,
die rechtsstaatliche Entwicklung spielte eine Rolle dabei,
zu einer demokratischen, westlich orientierten Republik,
nach dem 2. Weltkrieg eingebunden in europäische Politik.
Unruhen und instabile Lage im Land führten zu Putschen,
durch die Militärjunta kam die Demokratie ins Rutschen.
Massenverhaftungen, Folter, Prozesse und Todesurteile,
Flucht, Presse- und Politikverbote herrschten eine Weile.
Der Kurdenkonflikt beherrschte die politische Diskussion,
kurdische Identität und Kultur. Sie kämpften für Sezession.
Die Arbeiterpartei Kurdistans attackierte mit Waffengewalt,
für ein unabhängiges Kurdistan, häufig aus dem Hinterhalt.
Die Regierung stärkte die Menschen- und Freiheitsrechte,
schaffte die Todesstrafe ab und verbot die Folterknechte.
Sechs Jahre herrschte Waffenruhe mit der Kurdenpartei,
nach staatlichem Bekenntnis zum Konflikt war sie vorbei.
Unter Erdogan die Türkei zuerst einen Aufschwung nahm,
die Wirtschaft boomte und der Tourismus zur Blüte kam.
Als zuverlässiger Partner hat sich Erdogans Staat ergeben,
nach der Vollmitgliedschaft in der EU ging das Bestreben.
Das Urlaubsland Türkei hat viele in seinen Bann gezogen,
malerische Orte, feine Sandstrände mit sanften Wogen,
komfortable Hotels, relaxen am Pool und leckere Speisen,
Menschen, die aufrichtig ihre Gastfreundschaft beweisen.
Dies alles hat auf´s Spiel gesetzt Recep Tayyip Erdogan,
eine Kehrtwende in seiner Politik vollführte dieser Mann.
Seine Macht, den Staat als Ministerpräsident zu regieren,
musste Erdogan im Amt als Staatspräsident delegieren.
Weil Erdogan schon lange zu Kopf gestiegen war die Macht,
hat er den Weg zur Präsidialherrschaft sich ausgedacht.
Durch Knebelung von Kritik, Meinungsfreiheit, Presse
und Stärkebeweise vertritt nun auch das Volk sein Interesse.
International hat sich Erdogan wenig Freunde gemacht,
an Regierungen und Journalisten erprobt er seine Macht.
Auf Justiz und Regierungen der EU will er üben Einfluss,
über Moscheen in der EU publizieren seinen geistigen Erguss.
Als Flüchtlingswellen aus Syrien die Türkei durchqueren,
lässt Erdogan sie bei ihrer Flucht übers Meer gewähren.
Da Deutschland mit den Asylbewerbern kam aus dem Takt,
schloss die Kanzlerin den schmutzigen EU-Flüchtlingspakt.
Ein unwürdiger Menschenhandel ist dabei mit im Spiel,
illegale Flüchtlinge gegen legale zu tauschen ist das Ziel.
Erdogan hat bei dem Deal an viele Milliarden Euro gedacht,
Merkel aber hat die EU mit dem Pakt erpressbar gemacht.
Ein Putschversuch des Militärs gab Erdogan den Anlass,
seinen Weg zur Autokratie voranzutreiben mit Steilpass.
Die Missachtung von Menschenrechten und Demokratie
wurde durch seine Reaktionen auf den Putsch klar wie nie.
Die Massenverhaftungen entbehrten oft jeglichen Rechts
juristische Prüfung war nicht möglich im Eifer des Gefechts.
Säuberungen in Schulen, Unis, Ämtern und Institutionen,
das war Rechtsbeugung ohne rechtsstaatliche Ambitionen.
Ein Schmähgedicht sowie harsche Kritik gegen Erdogan,
entfesseln Drohungen und Erpressung der EU sodann.
EU-Beitritt und Visafreiheit für Türken sind nur noch Illusion,
Erdogan übte indes als Alleinherrscher, will besteigen den Thron.
Erdogan die Erprobung seiner Macht auf die Spitze trieb,
aus Furcht, dass sein Referendum unter der Mehrheit blieb.
Voller Vehemenz griff er Regierungen von EU-Staaten an,
beschimpft sie aufs Übelste als Nazis und Faschisten fortan.
Für das Referendum musste er dem Volk beweisen seine Macht,
fühlte sich wegen Verletzung der Rechtsstaatlichkeit überwacht.
Der starke Führer der Türkei sich von der EU nicht gängeln lässt,
Erdogan, der die EU mit dem Flüchtlingsabkommen erpresst.
Die Wahlaktivitäten seiner Minister in mehreren EU-Staaten,
bewirkten Empörung, so dass Auftrittsverbote in Kraft traten.
Erdogans perfide Idee war, in Demokratien dafür zu werben,
dass Ja-Stimmen zur Diktatur die Demokratie lassen sterben.
Gelohnt hat sich Erdogans extremer Einsatz für den Wahlsieg,
wobei er sich gegen die EU auf absurde Beschimpfung verstieg.
Verspricht sich so eine Führungsrolle unter islamischen Staaten,
dass er auf gute Beziehungen zur EU pfeift, ist leicht zu erraten.
Am Ende wird das für Demokraten unsagbare Szenario Realität,
im Referendum das türkische Volk die Demokratie verschmäht.
Ein Jahr nach dem Putsch führt Erdogan die Säuberungen fort
und schürt Emotionen gegen Sündenböcke und Feinde per Wort.
Kurden, Gülenanhänger, selbst Deutsche stellt er mit Bedacht
unter Terror- oder Spionageverdacht, um zu sichern seine Macht.
Erdogan lässt Werte der EU und Rechtsstaatlichkeit nicht gelten,
so liegen zwischen Erdogans Türkei, EU und Deutschland Welten.
Erdogans tausendfache Verhaftungen nehmen kein Ende,
als erneut ein Deutscher verhaftet wurde, kam es zur Wende.
Und weil Hunderte deutsche Firmen bedroht zu sein schienen,
stoppte die Bundesregierung ihr Beschwichtigungsroutinen.
Die deutsche Regierung gibt Erdogan im Klartext zu verstehen,
Sanktionen seien die einzige Antwort auf sein Vorgehen.
Seine Macht auf Tourismus, Handel und Investitionen beruht,
geht es damit bergab, steht es um seine Reputation nicht gut.
Allzu deutlich wird, welche Islamisierungsphantasien Erdogan
und andere religiöse Fanatiker beflügeln in ihrem Wahn.
In der Drohung einer Erdogan-nahen Zeitung, ernst im Wesen,
war „Die Türkei kann Europa in 3 Tagen einnehmen“ zu lesen.
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Konzept, Grafik © 2016/17 : g.meyer gmc special editions (Alle Rechte vorbehalten)

Stand: 06.08.2017 – Irrtümer und Aktualisierungen vorbehalten

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