Unterschätzt: Zahl der Toten durch Lungenentzündung

Foto: Petra Schmidt / pixelio.de

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Ein Herzinfarkt wird von den meisten als bedrohlicher empfunden als eine Lungenentzündung. Doch die Zahl der im Krankenhaus verstorbenen Patienten durch Pneumonie ist höher als die der Herzpatienten. Aktuell führen zehn Prozent der Lungenentzündungen, die im Krankenhaus behandelt werden, zum Tode. Das geht aus der aktuellen Neuauflage des „Weißbuch Lunge 2014“ hervor, das die Deutsche Lungenstiftung (DLS) gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie herausgegeben hat. „Im Vergleich zum Herzinfarkt, der tendenziell sehr viel mehr gefürchtet wird, tatsächlich aber nur in fünf Prozent der Fälle, die das Krankenhaus erreichen, tödlich verläuft, fallen die Sterberaten für die Pneumonie hoch aus.

Diese hohe Sterblichkeit dürfte zum einen darauf zurückzuführen sein, dass Patienten mit Lungenentzündung oft zusätzliche Begleiterkrankungen haben. Vermutlich werden aber auch die Risiken, die von einer Erkrankung an Lungenentzündung ausgehen, sowohl von Ärzten als auch von Patienten einfach unterschätzt“, vermutet Professor Adrian Gillissen, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der DLS. Die Lungenentzündung ist die häufigste zum Tode führende Infektion und steht in der Todesursachenstatistik weltweit an dritter Stelle. Gefährdet sind insbesondere Kleinkinder, alte Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen.

Zur Vorbeugung ambulant erworbener Lungenentzündungen steht seit 2012 ein hochwirksamer Impfstoff für Erwachsene zur Verfügung, der mit 90-prozentiger Sicherheit vor einer Erkrankung an Pneumokokken-Pneumonie schützen kann. „Allerdings sind derzeit nur zehn Prozent der Bevölkerung gegen Pneumokokken geimpft ? und dies vorwiegend noch mit einem älteren, deutlich weniger wirksamen Impfstoff. Daher möchten wir insbesondere chronisch Kranken und allen Menschen ab 60 Jahren dringend empfehlen, sich impfen zu lassen, wie es auch die Ständige Impfkommission in Berlin empfiehlt“, sagt Gillissen. http://www.lungenaerzte-im-netz.de

Annette Bulut (mp)

 

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Die Redaktion fragt:
Hat das Bewusstsein der Gefährlichkeit einer Lungenentzündung nicht nur bei Patienten, sondern auch bei Ärzten nachgelassen und werden die Risiken unterschätzt?

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