UNHCR verurteilt Anschläge im Tschad

Foto: © UNHCR/A.Bahaddou - Camp nahe des Dorfes Baga Sola an der östlichen Seite des Tschadsees.

Foto: © UNHCR/A.Bahaddou – Camp nahe des Dorfes Baga Sola an der östlichen Seite des Tschadsees.

UNHCR – N’Djamena – 13. Oktober 2015 – UNHCR bedauert die Gewalt im West-Tschad und trauert um die Menschen, die am vergangenen Wochenende durch Selbstmordanschläge in der Stadt Baga Sola ums Leben kamen. UNHCR ist besonders besorgt über den Angriff nahe des Kousseri Camps für tschadische Binnenvertriebene, bei dem mindestens 22 Menschen starben.

In der Region leisten UNHCR und andere humanitäre Organisationen Hilfe für zehntausende Menschen, die aufgrund des Konfliktes mit Boko Haram aus ihren Häusern fliehen mussten. Laut lokalen- und UN- Sicherheitsberichten griffen Selbstmordattentäter, darunter drei Frauen und zwei Kinder, den Markt und das Kousseri Camp für Binnenvertriebene am Stadtrand von Baga Sola am Samstagnachmittag an. Nach den Angaben liegt die Zahl der Toten an den beiden Orten bei 47 und Dutzenden Verletzten. Die schwerwiegendsten Fälle wurden mit Hubschraubern nach N’Djamena geflogen.

UNHCR arbeitet mit anderen Hilfsorganisationen im Dar Es Salam Flüchtlingscamp, 10 Kilometer außerhalb von Baga Sola. Alle Mitarbeiter des UNHCR in der Gegend, sowie die 7.139 Flüchtlinge aus Nigeria und dem Niger sind in Sicherheit. Nichtsdestotrotz hat UNHCR Reisen nach und innerhalb der Region am Tschad-See ausgesetzt. UN-Flüge stehen bereit, um Menschen zu evakuieren oder eine Notfallversorgung zu garantieren.

In den letzten Wochen hat UNHCR immer wieder versucht die schwierige Situation der 60.000 Binnenvertriebenen im Seengebiet durch die Verteilung von lebenswichtigen Hilfsgüter an mehr 32.800 Geflohene zu verringern versucht. Viele der Menschen wurden zu Beginn dieses Jahres von ihrem ständigen Insel-Wohnsitz umgesiedelt, als sich die Region rund um den Tschadsee mehr und mehr zum Kriegsgebiet entwickelte. Andere Hilfsorganisationen, darunter MSF, WFP, UNICEF und das Rote Kreuz setzen sich ebenfalls vor Ort für die Binnenvertriebenen ein.

Unzureichende Lebensbedingungen

Die Lebensbedingungen für die Geflohenen sind sehr schwierig. Viele von Ihnen leiden unter Nahrungsmittelknappheit, sind ohne Obdach oder ohne ausreichende medizinische Versorgung. Ihre provisorischen Unterkünfte, einige davon mit einfachen Moskitonetzen, bieten nur wenig Schutz vor Insekten oder ausreichend Wetterschutz in der aktuellen Regenzeit.

Abgesehen von der Verteilung der Hilfsgüter unterstützt UNHCR die Regierung durch den Transport von Lebensmitteln, darunter Reis, Öl und Zucker, aus der Hauptstadt zu den geflohenen Menschen im Seengebiet.

Der Angriff auf Baga Sola hat deutlich gemacht, wie verletzlich und isoliert die Binnenvertriebenen in der Region des Tschadsee sind, UNHCR begrüßt aber die Entschlossenheit der Regierung die Sicherheitslage vor Ort zu verbessern. UNHCR ist weiterhin entschlossen den Binnenvertriebenen in der Region zu helfen und fordert gleichzeitig die internationale Gemeinschaft auf den Tschad zu unterstützen.

Nur einen Tag nach dem Anschlag in Baga Sola, welches der erste Anschlag in dieser Stadt war, folgte ein Anschlag von Selbstmordattentäterinnen in Kangalei im Norden Kameruns, bei dem weitere neun Menschen starben.

Der Tschad hat rund 438.000 Flüchtlinge aufgenommen, darunter 350.000 Sudanesen, 90.000 Personen aus der Zentralafrikanischen Republik und rund 13.000 Nigerianer.

UNHCR – Genf

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