Unfallursachen Smartphone, Alkohol und rasantes Fahren

Foto: DVR

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Auf dem Heimweg schnell eine Textnachricht tippen oder während der Fahrt ein „Selfie“ machen: Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage bedienen mehr als 40 Prozent der 18- bis 29-jährigen Autofahrer während der Fahrt ihr Mobiltelefon. Damit trägt das Handy eine entscheidende Mitschuld daran, dass junge Erwachsene das mit Abstand höchste Unfallrisiko im Straßenverkehr haben.

Neben dem Smartphone erhöhen vor allem Alkoholkonsum und rasantes Fahren das Unfallrisiko bei Fahranfängern. Jeder fünfte 18- bis 24-Jährige, der in einen Unfall verwickelt war, hielt sich nicht an die Geschwindigkeit. „Als Unfallchirurgen erleben wir täglich, wie junge Menschen durch Unachtsamkeit oder Selbstüberschätzung ihre Gesundheit und ihr Leben aufs Spiel setzen“, bedauert Professor Bertil Bouillon, Direktor der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie Köln-Merheim und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU).

Laut dem Statistischen Bundesamt verunglückten 2013 mehr als 65 000 junge Männer und Frauen zwischen 18 und 24 Jahren bei Verkehrsunfällen. Aus diesem Grund haben Unfallchirurgen das Präventionsprogramm „P.A.R.T.Y.“ ins Leben gerufen, um schon bei Schülerinnen und Schülern das Bewusstsein für Gefahren im Straßenverkehr zu schärfen. Am P.A.R.T.Y.-Tag verbringen die Schüler einen ganzen Tag in einer Unfallklinik und erleben dabei, welche Stationen ein schwerverletzter Patient durchläuft. Die Teilnehmer besuchen einen Rettungswagen, den Schockraum, Intensivstation und Physiotherapie und kommen dabei mit Schwerverletzten in Kontakt, die über ihr Schicksal berichten.

Ziel ist es, Jugendliche durch persönliche Erfahrungen in die Lage zu versetzen, in kritischen Situationen kluge Entscheidungen zu treffen. „Viele sind schockiert, wenn sie zum ersten Mal die Intensivstation betreten oder die Verletzungen der Unfallopfer sehen“, berichtet Bouillon und fordert: „Jede Klinik, die Erfahrungen in der Versorgung Schwerverletzter hat, kann und sollte an diesem Programm teilnehmen.“

Annette Bulut (mid)

 

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Die Redaktion fragt:
Wann begreifen leichtsinnige Autofahrer endlich die Gefahren der Mobiltelefon-Nutzung während der Fahrt?

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