UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi auf dem Flüchtlingsgipfel

Foto: UNHCR – UN-Flüchtlingskommissar Grandi spricht auf einem Treffen im Berliner Kanzleramt am 11.08.2017

UNHCR begrüßt Zusagen des Flüchtlingsgipfels in Paris

Statement von UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi zu den Ergebissen des Treffens in Paris von Vertretern Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Spaniens, der EU, dem Tschad, Niger und Libyen am 28.08.2017

UNHCR | 29. August 2017

PARIS, Frankreich – „Die Ankündigung eines umfassenden Aktionsplans, der nachhaltige Lösungen für die komplexen Probleme Flucht und Migration und der Bekämpfung ihrer Ursachen vorsieht, und das in enger Kooperation mit Ursprungs- und Transitländern und im Einklang mit internationalem Recht, ist ermutigend.

Die Erfahrungen von UNHCR zeigen, dass Maßnahmen, die lediglich die Zahl der Ankünfte reduzieren sollen, das Problem von erzwungener Migration nicht lösen. Soll ein Ansatz tatsächlich sinnvoll sein, muss er in wesentlichem Maß darauf abzielen, Konfliktgebiete nachhaltig zu befrieden und die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Ursprungsländer zu sichern.

Ich freue mich über die erneuerten Zusagen, Rettungsmaßnahmen auf See und in der Wüste zu unterstützen. Die Rettung von Menschenleben muss zentraler Bestandteil der Antwort bleiben, genauso wie ein entschlossenes Vorgehen gegen Schlepper.

Viele derjenigen, die sich auf den Weg gemacht haben, fliehen vor Krieg oder Verfolgung. Ich begrüße es, dass heute viele Staaten die Notwendigkeit bekräftigt haben, diesen Menschen internationalen Schutz zuteilwerden zu lassen. Den Zugang zu Asyl zu sichern und den Schutz zu stärken ist in allen Transit- und Asylländern von elementarer Bedeutung. Politische Stabilität und Sicherheit in Libyen ist dabei besonders wichtig, um den tausenden im Land gestrandeten Flüchtlingen und Migranten ordnungsgemäßen Zugang zu ermöglichen. Die meisten von ihnen sind zurzeit schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt, ihre Unterbringung ist inakzeptabel.

Das Versprechen, mehr Umsiedlungsmöglichkeiten für alle Menschen mit internationalem Schutzbedarf aus allen Regionen entlang der zentralen Mittelmeerroute bereitzustellen und den EU-Umverteilungsprozess aus Italien und Griechenland zu beschleunigen, ist besonders erfreulich. Zusätzliche Aufnahmemöglichkeiten sind ebenfalls notwendig, inklusive der Förderung des Familiennachzugs. Dies alles sind wichtige Schritte, die nun schnell umgesetzt und ausgeweitet werden müssen.“

UNHCR

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