UMFRAGE: Schafft der ADAC die UMLEITUNG in die ModerNEUsierung

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Foto: 2myMind.de / g.m. – ADAC-Geschäftsstelle Berlin Bundesallee während des Umbaus

Nicht unverschuldet erschütterte den größten Automobilclub Europas mit knapp 19 Millionen Mitgliedern Anfang 2014 eine ganze Serie von Skandalen, die den ADAC das Vertrauen seiner Mitglieder, der Medien und der Automobilwirtschaft kostete. Jahrelange Fehlentwicklungen, die sich aus den allzu engen Verflechtungen des Clubs mit seinem steuersparenden Vereinsstatus und der ADAC Beteiligungs- und Wirtschaftsdienst GmbH ergeben hatten, waren neben dem Bekanntwerden von offensichtlich dauerhaft praktizierten Manipulationen beim Autopreis „Gelber Engel“ und einer Reihe weiterer Vorfälle die Ursachen dafür, dass über einen Zeitraum von mehreren Wochen in kurzen Abständen immer neue Missstände beim ADAC aufgedeckt wurden. Dazu gehörten auch persönliche Vorteile von hochrangigen Vereinsfunktionären, wie etwa die regelwidrige Nutzung von Rettungshubschraubern.

Der ADAC musste nach Bekanntwerden der Skandale bluten, indem ihm nicht nur eine große Zahl von Mitgliedern den Rücken kehrten, sondern weil ihm das Vertrauen der Automobilhersteller im Hinblick auf die willkürlichen Fälschungen bei der Rangfolge des Autopreises „Gelber Engel“ entzogen wurde. Viele Firmen distanzierten sich nicht nur, sondern gaben sogar erhaltene Preise zurück. Damit war der „Gelbe Engel“ ein für alle Mal gestorben. Aber damit nicht genug, litt das Image des ADAC auch massiv in den Medien, insbesondere der Autopresse.

Nachdem für eine lange Zeit über den ADAC eher Routinemeldungen in den Medien erschienen und über den Ausstieg des ADAC bei den Postbussen berichtet wurde, teilte der Club nun mit, dass auf der außerordentlichen Hauptversammlung vom 6. Dezember eine „Reform für Vertrauen“ mit einem neuen Leitbild des ADAC und einer Neuausrichtung der angebotenen Leistungen und Produkte, beschlossen worden ist.

Der ADAC setzt alles dran, um sein ehemaliges Ansehen wieder herzustellen und das Vertrauen seiner Mitglieder, der Medien und der Automobilwirtschaft wiederzugewinnen. Dies will der Club mit einem neuen Leitbild, Neuausrichtung des Leistungs- und Produktangebotes, Verbraucherschutz, Mitgliedereinbindung, Umbau der ADAC-Struktur und Regelkonformität erreichen. Der Club soll seinen steuersparenden Vereinsstatus behalten und „tätige Hilfe, Rat und Schutz im Bereich der persönlichen Mobilität“ bieten. Es soll sichergestellt werden, dass alle angebotenen Leistungen und Produkte dem Leitbild entsprechen. Ein spezielles Qualitätsmanagement soll die „Testqualität als auch die Unabhängigkeit und Objektivität der Verbraucherschutztests“ sicherstellen und es soll eine stärkere Öffnung zu den Mitgliedern erfolgen. Weiter soll die Struktur des ADAC durch „stärkere Trennung zwischen Verein und wirtschaftlichen Aktivitäten“, die auch die personellen Verflechtungen auflöst, verändert werden. Die bisherige ADAC Beteiligungs- und Wirtschaftsdienst GmbH wird in eine Aktiengesellschaft verwandelt. Zusätzlich wird eine gemeinnützige Stiftung des bürgerlichen Rechts gegründet werden, die der Förderung und Forschung und der Rettung aus Lebensgefahr dient. Außerdem wird zur Sicherstellung des regelkonformen und sozialverantwortlichen Handelns eine Compliance-Organisation gegründet, der sowohl der ADAC e.V. als auch sämtliche Regionalclubs unterworfen sind.

Zum neuen ADAC-Präsidenten wurde August Markl gewählt, der deutlich machte, dass der Club auf wirtschaftliche Tätigkeit zur Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit angewiesen sei. Er ließ aber auch durchblicken, dass für den Reformprozess und die Neuordnung der juristischen Strukturen ein längerer Zeitraum, der sich derzeit nicht abschätzen lasse, zu berücksichtigen sei.

2myMind.de / g.m.

 

Schafft der ADAC nach den zahlreichen Skandalen und unzulässigen Verknüpfungen von Club und Business tatsächlich die ModerNeusierung und gewinnt das Vertrauen von Mitgliedern und Autoindustrie zurück?

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