UMFRAGE: Rechtslage zu Hooligan-Demos

Foto: pixabay.com

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Hooligan-Demos generell verbieten oder zulassen?
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Der Begriff Hooligan bedeutet, aus dem Englischen übersetzt Krawallmacher, Rabauke, Rowdy oder Randalierer. Die Bewegung gewaltbereiter Jugendlicher, vorwiegend junger Männer, hatte sich bereits seit den 1950er Jahren in Großbritannien bei Fußballspielen ausgebreitet und hat sich unter anderem auch auf Deutschland übertragen. Seit den 1970er Jahren wurde der Begriff „Hooligans“ in England, seit den 1980er Jahren in Deutschland verwendet.

Auffällig wurden die „Hooligans“ vorwiegend in Gruppen, die bei Großereignissen wie Fußballspielen, rivalisierend aufeinander trafen und Schlägereien und Randale verursachten. Vielfach ergaben sich auch schwerwiegende tätliche Auseinandersetzungen mit Sicherheits- und Polizeikräften und Krawallen mit schweren Sachschäden. In Einzelfällen kam es sogar zu schweren Verletzungen von Personen, die zum Tod oder zu lebenslanger Schwerstbehinderung führten.

Fortan wurde mit großem Polizeiaufgebot versucht, die Hooligan-Gruppierungen, die nur lose organisiert sind, bei Großveranstaltungen mehr und mehr an Ausschreitungen zu hindern, doch es kam immer wieder, z.B. während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in verschiedenen deutschen Städten, zu schweren Krawallen, bei denen Hunderte Personen festgenommen wurden. Auch während der Fußball-Europameisterschaft 2008 wurden etwa 150 Personen wegen Landfriedensbruch festgenommen. Seit den 1990er Jahren wird mit verschieden polizeilichen Maßnahmen zur Gewaltprävention versucht, Ausschreitungen zu verhindern oder einzudämmen. Ein gerichtlich verhängtes Verbot einer Hooligan-Gruppe wurden von einer höheren Instanz für ungültig erklärt, da die lose Gruppe gesetzlich nicht als Verein anzusehen ist.

Im Oktober 2014 kam es in Köln anlässlich einer als „HoGeSa“ bezeichneten Hooligan-Demonstration zu schweren Krawallen mit hohen Sachschäden. Dabei machten sich die beteiligten Hooligan-Gruppierungen die vermehrt in den Medien auftauchenden Berichte über eine zunehmende Zahl von Salafisten in Deutschland zunutze, um sich Anlässe für Demonstrationen mit organisierter Randale zu schaffen. Salafistische Organisationen sind politische Bewegungen innerhalb des Islam, die sich streng an die Regeln aus der Gründungszeit halten und durch vermehrte „Da´Wa“, das heißt Ruf zur Missionierung, Deutschland islamisieren wollen. Salafisten einer besonders harten Gruppe werden als „Hassprediger“ bezeichnet und stehen, wie die Salafisten allgemein, unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.

Im Anschluss an die Demonstration in Köln planten einige Hooligan-Gruppen noch größere Demonstrationen in Berlin, Hannover und anderen deutschen Städten. Diese Veranstaltungen konnten aber von den örtlichen Behörden glücklicherweise ganz verhindert oder stark eingegrenzt werden. Damit ist das Problem aber noch lange nicht generell gelöst und es dürfte zu erwarten sein, dass in naher Zukunft weitere Vorstöße der Hooligans zu Demonstrationen dieser Art und damit zu Krawallanlässen unternommen werden. Es besteht also nicht nur bei Polizei und Behörden dringender Handlungsbedarf, um bei künftigen Demos besser Herr der Situation zu werden, sondern eindeutig politischer Handlungsbedarf.

2myMind.de / g.m.

 

Sollte esHooligan-Gruppen gestattet werden, Straßen-Demos zu veranstalten oder sollte dies generell verboten werden?

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