UMFRAGE: Lufthansa-Piloten streiken zum zehnten Mal

Foto: O. Fischer / pixelio.de

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Die Piloten der Lufthansa haben bis zum November 2014 insgesamt zehnmal in diesem Jahr gestreikt und damit nicht nur Hunderttausende Passagiere verärgert, sondern dem Lufthansa-Konzern Hunderte Millionen Euro an Verlusten eingebracht. Ursache für den Tarifstreit zwischen der Lufthansa und der Pilotengewerkschaft Cockpit sind nicht etwa Auseinandersetzungen um eine Anhebung der Pilotengehälter, sondern eine von der Lufthansa geplante Änderung der Vorruhestandsregelung.

Bisher konnten Piloten, die ihre Tätigkeit vor Erreichen des Rentenalters z.B. wegen übermäßiger Stressbelastung, der sie nicht mehr gewachsen waren, aufgeben wollten, ab einem Alter von 55 Jahren eine Übergangsversorgung der Lufthansa bis zum 60. Lebensjahr in Anspruch nehmen, die ihnen 60 Prozent der bisherigen Bezüge sicherte. Diese althergebrachte Regelung, die es in vergleichbarer Form im gesamten Lufthansa-Konzern, der in seinem Kerngeschäft und in Hunderten Tochterunternehmen etwa 118.000 Mitarbeiter beschäftigt, nicht noch einmal gibt, will die Lufthansa hinsichtlich des notwendigen Konzernumbaues auf die Altersgrenze von 60 Jahren anheben. Angeblich soll es derartige Vertragsvereinbarungen in der gesamten Branche nicht mehr geben.

Die Billigfluggesellschaften und die zunehmend stärker werdende Konkurrenz der Golf-Airlines erfordern auch bei der Lufthansa umfassende Umstrukturierungen und Auslagerung verschiedener Geschäftsbereiche in Tochtergesellschaften mit wesentlich niedrigeren Kosten, um der Billig-Konkurrenz standhalten zu können. Sonst besteht langfristig die Gefahr, dass der Konzern nachhaltig ins Hintertreffen gerät und seine Konkurrenzfähigkeit auf dem deutschen und internationalen Markt verliert.

Lufthansa-Piloten im Alter von 55 Jahren beziehen Jahresgehälter von weit über 200.000 Euro und erhalten im Falle der Inanspruchnahme der Übergangsversorgung von der Lufthansa bis zum 60. Lebensjahr 60 Prozent des letzten Gehaltes, ohne dafür Gegenleistungen erbringen zu müssen.

Anlass der Streites zwischen Lufthansa und der Gewerkschaft Cockpit ist, dass die Lufthansa die Regelung für die Übergangsversorgung ab 2017 in Verträgen mit Berufsanfängern von 55 auf 60 Jahre, der früheren Altersgrenze für Lufthansa-Piloten, anheben will. Nach einer EU-Regelung dürfen Piloten, die weiterhin fit sind und den Anforderungen gewachsen sind, bis zum 65. Lebensjahr im Cockpit sitzen.

2myMind.de / g.m.

 

Sind Forderung und Vorgehen der Gewerkschaft Cockpit nach dem 10. Streik noch gerechtfertigt oder sind sie angesichts der Lufthansa-Argumente zur Konkurrenzsituation und angesichts von Hunderten Mio. Schaden und Verdruss bei den Passagieren nur noch ein Skandal?

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