UMFRAGE: Angst vor weltweiter Ebola-Epidemie nur Panikmache?

Foto: pixabay.com

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Eine sich rasant ausbreitende Epidemie in einigen westafrikanischen Staaten versetzt die Welt in Angst und Schrecken und wird sogar mit der Pest verglichen. In über 10.000 registrierten Krankheitsfällen sind bereits etwa 5.000 Menschen, die an dem hoch ansteckenden Ebola-Virus erkrankt waren, gestorben. Das Virus des Ebola-Fiebers war erstmals 1976 in zwei gleichzeitig auftretenden Fällen nahe dem Fluss Ebola in der Republik Kongo und in einer abgelegenen Landschaft des Sudan aufgetreten. Beim ersten Ausbruch starben 280 Menschen bei einer Sterblichkeitsrate von 88% bzw. 151 bei einer Rate von 53%, doch trotzdem wurde dem Virus von der Fachwelt und der Forschung keine große Bedeutung zugemessen, zumal das Virus zwischen 1979 bis 1994 mehr als eineinhalb Jahrzehnte nicht wieder in Erscheinung trat.

Das änderte sich für den Zeitraum von 1994 bis 2012, in dem 17 Epidemiewellen vorwiegend in der Republik Kongo, in Uganda und in Gabun auftraten, bei denen jeweils zwischen 11 und 425 Menschen bei Sterblichkeitsraten zwischen 13 und 89 Prozent der Krankheit zum Opfer fielen. Insgesamt waren bis dahin bei 2.810 Erkrankten 1.728 Todesfälle zu verzeichnen gewesen. Betroffen von Ebola sind außer Menschen nur Primatenarten wie Schimpansen und Gorillas. Die Herkunft des Virus ist bisher nicht bekannt, vermutet wird aber, dass Flughunde als Wirte das Virus übertragen.

Foto: S. Thomas / pixelio.de

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Nachweisbar ist der Erreger in Körperflüssigkeiten von Infizierten, wie etwa in Speichel, Blut, Exkrementen und Samenflüssigkeit. Das Virus dringt über Wunden, Verletzungen und Schleimhäute in den Körper ein und auch der Verzehr infizierten Fleisches, z. B. von Affen, in Zentralafrika als „Buschfleisch“ sehr beliebt, gilt als Infektionsquelle. Die Übertragung kann allein durch Körperkontakt, durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder Exkrementen von Erkrankten, aber auch durch Berührung von infizierten Gegenständen erfolgen.

Die Ansteckung kann grundsätzlich durch Desinfektion und höchst sorgfältige Hygienemaßnahmen vermieden werden bzw. durch sorgfältige Isolation bereits Erkrankter. Angehörige, Ärzte und Pflegepersonal können sich durch Schutzkleidung und genaue Einhaltung der Hygienevorschriften zuverlässig vor Ansteckung schützen.

Der derzeit weltweit Besorgnis verbreitende Ausbruch der Erkrankung, dem Experten das Potential zu einer unbeherrschbaren Pandemie in zentralafrikanischen Staaten, aber auch einer weltweiten Bedrohung bescheinigen, war im Dezember 2013 in Guinea ausgebrochen. Es handelt sich dabei um die größte, je aufgetretene Ebola-Epidemie und betrifft neben Guinea, die Länder Liberia, Nigeria und Sierra Leone. Auf Grund des derzeitigen Ausmaßes der Epidemie in den derzeit betroffenen Staaten Westafrikas sowie der bisher in keiner Weise ausreichenden Hilfe von Industrieländern und Hilfsorganisationen vor Ort, ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass sich die Zahl der Infizierten und damit auch der Todesfälle um ein Vielfaches erhöhen wird.

Je mehr sich jedoch die Epidemie, bedingt durch mangelnde Kenntnisse und Möglichkeiten für die unerlässliche Hygiene und die Lebensgewohnheiten der einheimischen Bevölkerung, in Zentralafrika ausbreitet, desto höher steigt das Risikopotential, dass Ebola nicht nur in der Form vereinzelt zur Behandlung nach Europa oder Amerika transportierter Kranker übertragen wird. Die Befürchtungen könnten schnell Realität werden, dass unbemerkt Infizierte auf ganz normalen Flugreisen Hunderte von Menschen in den Flugzeugen, in anderen Verkehrsmitteln an den Ankunftsorten, in Hotels, Gaststätten oder bei persönlichen Kontakten in Firmen und Organisationen infizieren und damit ungeahnte Ansteckungswellen auslösen.

Am 8. August 2014 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO das Ebolafieber nach internationalen Vorschriften zur „gesundheitlichen Notlage internationalen Ausmaßes“ erklärt.

In vielen Ländern der Welt, zum Teil schon auf Flughäfen, auf denen Fluggäste, die aus Ländern mit Ebola-Kranken eintreffen könnten, sind Vorkehrungen getroffen worden, um diese zu testen und sie erforderlichenfalls sofort zu isolieren. In Spezialkliniken sind streng isolierte Behandlungsbereiche eingerichtet worden und dementsprechend sind Ärzte, Schwestern und Helfer geschult und mit schützender Kleidung ausgestattet worden.

Foto: Michael Bührke / pixelio.de

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Für den Fall, dass Ebola-Infizierte in Deutschland einreisen sollten, sind nach Angaben von Gesundheitsminister Hermann Gröhe die Flughäfen in Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg auf den Ernstfall vorbereitet und darüber hinaus stehen insgesamt 50 Betten in sogenannten „Kompetenz- und Behandlungszentren“ in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Leipzig, München und Stuttgart zur Verfügung.

Aufschreckende Meldungen in den Medien, wie „Jetzt hat Ebola auch die USA erreicht“ suggerieren im ersten Moment, dass in Ländern außerhalb Afrikas nun auch eine massive Ebola-Epidemie aufgetreten würde. Zum Glück betrifft das bisher nur vereinzelte Fälle von Patienten, die sich in Afrika angesteckt haben und zur Behandlung ins Land gebracht worden sind, aber auch Infektionen medizinisches Personals, dass sich trotz hoher Sicherheitsstandards bei der Versorgung von isolierten Patienten im behandelnden Krankenhaus angesteckt hat. Einerseits ist das Geschrei um diese wenigen Fälle geradezu als Panikmache zu bezeichnen, andererseits ist aber auch die potentiell sehr hohe Gefahr einer Pandemie bei weiterer Ausbreitung der Epidemie in Afrika nicht zu verleugnen.

Nach Veröffentlichung von Daten der WHO sind die westafrikanischen Staaten Liberia (4.665 Infizierte – 2.705 Tote), Sierra Leone (3.896 Infizierte – 1.281 Tote),  Guinea (1.553 Infizierte – 926 Tote) und Nigeria (20 Infizierte – 8 Tote) von der derzeitigen Epidemie am meisten betroffen. Insgesamt wurden 10.141 Infektionen mit 4.922 Toten registriert. Es wurde aber auch betont, dass die Angaben aus den Ländern nicht sehr verlässlich seien und die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Fälle bis zu zweieinhalb mal höher liegen würde. (Stand 25.10.2014)

Auf Grund der schlechten hygienischen Verhältnisse, der unzureichenden medizinischen Versorgung und der Unkenntnis der Bevölkerung über die Infektionswege, wird die Zahl der Infektionen massiv ansteigen. Experten rechnen damit, dass innerhalb der nächsten drei Monate mindestens eine gute halbe Million, unter Einbeziehung der Dunkelziffer aber eineinhalb Millionen Infizierte zu verzeichnen sein werden, wenn es nicht umgehend gelingt, einschneidende Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie in den betroffenen Gebieten flächendeckend durchzuführen.

2myMind.de / g.m.


Ist die Angst vor Ebola in den westlichen Ländern begründet, oder ist das nur Panikmache?

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