Ukraine: UNHCR verstärkt Hilfe vor Winter

 

Foto: © UNHCR

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UNHCR – 24 Oktober 2014 – Kiew

Vor dem Wintereinbruch arbeitet UNHCR fieberhaft daran, besonders schutzbedürftige Flüchtlinge mit winterfesten Unterkünften und Winterbekleidung zu unterstützen.

Die weiterhin andauernden Kämpfe im Osten und der dadurch verursachte Zusammenbruch der öffentlichen Versorgung vertreiben immer mehr Menschen von ihrem Zuhause. Der Hilfsbedarf ist vor allem rund um Donetsk, Charkiw, Kiew und in den Regionen Dnipropetrowsk und Saporischja stark erhöht. Schätzungen zufolge ist die Zahl der Binnenvertriebenen in der Ukraine auf 430.000 angestiegen – das sind 170.000 mehr als Anfang September.

Decken, Winterkleidung und winterfeste Unterkünfte

Etwa 95 Prozent der Binnenvertriebenen kommen aus der Ostukraine. Sie halten sich in Donetsk und Charkiw auf, aber auch in Kiew und anderen Städten. In all diesen Gebieten hat UNHCR lebensnotwendige Hilfsmittel verteilt, um besonders Schutz bedürftige Flüchtlinge zu unterstützen. Zusätzlich plant UNHCR für die nächsten Wochen die Verteilung von Decken und zusätzlicher Kleidung für den Winter. Außerdem sollen 400.000 Quadratmeter Planen zur Verfügung gestellt werden, um Reparaturen an Dächern in der Ostukraine vorzunehmen.

Während der Großteil der Vertriebenen in gemieteten Wohnungen untergebracht ist oder sich bei Familienangehörigen oder Freunden aufhält, leben 14.000 – 18.700 Menschen derzeit in Gemeinschaftsquartieren. Vor dem Wintereinbruch muss dringend dafür gesorgt werden, dass diese Quartiere wasserfest gemacht werden und warme Decken sowie Winterkleidung an die Bedürftigsten verteilt werden. UNHCR wird daher 40 dieser Gemeinschaftsunterkünfte winterfest machen.

In Kooperation mit lokalen Behörden wurden finanzielle Zuschüsse in der Höhe von 250.000 US-Dollar zur Verfügung gestellt, um Bedürftige zu unterstützen, von denen viele aufgrund des Konflikts keine Pensions- oder Sozialleistungen erhalten haben. Bis heute haben etwa 1.600 Menschen in den Regionen um Kiew, Lviv und Winnyzja von dieser Unterstützung profitiert. Das Hilfsprogramm wird nun auf sechs weitere Regionen der Ukraine ausgedehnt.

Neue Regierungsbeschlüsse sollen Binnenvertriebene schützen

In den letzten zwei Wochen hat die Ukraine wichtige Maßnahmen getroffen, um Binnenvertriebene durch die Verabschiedung neuer Regierungsbeschlüsse zu schützen und zu unterstützen.

In der letzten Woche wurden rund 16.000 Familien registriert. UNHCR erwartet die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle sowie einer vollständigen und termingerechten Registrierung der Binnenvertriebenen im Laufe der kommenden Wochen.

Ende August verabschiedete das ukrainische Parlament ein Gesetz über die Rechte und Freiheiten von Binnenvertriebenen. Das Gesetz, welches mit der Unterstützung von UNHCR und der Zivilgesellschaft entwickelt wurde, gesteht Binnenvertriebenen eine Reihe von Rechten zu. Es dient dem Schutz vor Diskriminierung, Zwangsabschiebung und der Unterstützung für jene, die freiwillig zurückkehren wollen. Zudem erleichtert das Gesetz den Zugang zu verschiedenen sozialen und ökonomischen Leistungen.

UNHCR hofft, dass eine rasche Umsetzung des Gesetzes die Suche nach einer sicheren Unterkunft, Arbeit und einen angemessenen Zugang zu Hilfsleistungen erleichtern wird. Das Gesetz verpflichtet die Regierung außerdem dazu, eine Strategie zu entwickeln, welche den Umgang mit Hilfsbedürftigen verbessern soll.

In der Russischen Föderation haben laut staatlichen Angaben seit Anfang des Jahres mehr als 207.000 Ukrainer um Asyl oder temporäres Asyl angesucht. Weitere 180.000 Ukrainer haben diverse andere Anträge gestellt, die es ihnen ermöglichen sollten, sich legal in Russland aufhalten zu können. Eine größere Zahl an Ukrainern kommt zusätzlich über die Visa-Freiheit zwischen den beiden Ländern in die Russische Föderation.

Viele finden Zuflucht bei Familienangehörigen und Freunden

Die meisten Ukrainer, die nach Russland kommen, bleiben bei Verwandten oder Freunden. Einigen gelingt es, eine private Unterkunft bei einer Gastfamilie zu finden, während andere sich eigene Wohnungen mieten. Die russischen Behörden haben Regelungen eingeführt, um Ukrainern den vorübergehenden Aufenthalt in Russland zu erleichtern. UNHCR hofft nun, dass auch Flüchtlinge aus anderen Ländern in Zukunft von diesen Maßnahmen profitieren könne.

Bis Ende September diesen Jahres haben über 6.600 Ukrainer in EU-Ländern Asyl beantragt – 2013 waren es insgesamt nur 903 Anträge. Das EU-Mitgliedsland mit den meisten Asylsuchenden war Polen (1.632), gefolgt von Schweden (841). 581 Ukrainer haben dieses Jahr in Belarus Asyl beantragt.

UNHCR – 24 Oktober 2014

 

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