Tabakentwöhnung: Medikamente überhaupt sinnvoll?

Foto: lichtkunst.73 / pixelio.de

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Raucher, die an einem Tabakentwöhnungsprogramm teilnehmen, benötigen keine zusätzlichen Medikamente für den Therapierfolg.

Eine zusätzliche Einnahme von Nikotinpräparaten wie etwa Pflaster, Kaugummis, Inhaler oder Tabletten ist meist unnötig. Sie können die Erfolgsquote weder kurz- noch langfristig steigern. Zu diesem Ergebnis kommen Dr. Christoph Kröger und Lena Erfurt vom Institut für Therapieforschung in München im Rahmen einer Studie. Erstaunlich: Das widerspricht dem Befund internationaler Studien, die eine Wirkung der Medikamententherapie zur Tabakentwöhnung wiederholt belegen. Und es steht auch im Widerspruch zur der aktuell veröffentlichten S3-Leitlinie, die eine Kombination von Verhaltenstherapie und Medikation empfiehlt.

Von den 1 052 befragten Teilnehmern der Münchner Studie gaben fast 30 Prozent an, zusätzlich Medikamente zur Tabakentwöhnung zu verwenden. Unabhängig von der Art der Präparate führte die medikamentöse Begleittherapie jedoch nicht zu einem erhöhten Abstinenzerfolg, wie die beiden Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift „Das Gesundheitswesen“ berichtet haben.

Annette Bulut – (mp)

 

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