Strompreis-Gefälle in Deutschland

Die Strompreise sind in Deutschland regional sehr unterschiedlich. Die unterschiedlich hohen Kosten für den Betrieb der Stromnetze weisen eine Differenz bis zu zehn Prozent aus. Am teuersten ist Strom laut einer Analyse des Verbraucherportals Verivox in Ostdeutschland und in ländlichen Gebieten.

Dort sind die sogenannten „Netzentgelte“ für die Bereitstellung und Instandhaltung der Stromleitungen sowie die Zählerinstallation, Ablesung und Abrechnung besonders hoch. Denn in bevölkerungsarmen Regionen verteilen sich die Netzkosten auf weniger Schultern. Die Netzgebühren machen bis zu 29 Prozent des Strompreises aus.

So zahlen ostdeutsche Haushalte mit durchschnittlich 303 Euro pro Jahr für die Durchleitung seines Stroms knapp ein Viertel (23 Prozent) mehr als vergleichbare Haushalte in Westdeutschland mit im Schnitt 247 Euro. Dafür sorgen im Wesentlichen drei Faktoren: „der starke Zubau erneuerbarer Energien, eine geringe Bevölkerungsdichte und die Abschreibungen auf Netzinvestitionen. Das führt zu einem Gefälle zwischen Stadt und Land sowie zwischen Ost und West“, erklärt Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox.

Am günstigsten ist Strom laut dem Vergleich in Bremen mit 1.070 Euro pro Jahr für 4.000 kWh verbrauchten Strom. Relativ günstig kommen auch Verbraucher in Bayern mit 1.104 Euro, Niedersachsen mit 1.106 Euro sowie Baden-Württemberg und Hessen mit jeweils 1.114 Euro weg. Am meisten zahlen Brandenburger mit 1.172 Euro für die gleiche Energiemenge. Auch in Thüringen (1.158 Euro), Mecklenburg-Vorpommern (1.156 Euro), Rheinland-Pfalz (1.148 Euro) und in Sachsen-Anhalt (1.146 Euro) werden überdurchschnittlich hohe Strompreise fällig.

Thomas Schneider (en-wid)

 

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