Streit in der Familie verkürzt das Männerleben

Foto: St. Kaczkowski / pixelio.de

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Mit dem richtigen Partner ein harmonisches Leben zu führen, macht glücklich und sorgt für ein langes Leben. Häufiger Streit und Stress innerhalb der Familie hingegen erhöhen das Sterberisiko, vor allem bei Männern. Das hat jetzt eine Studie der Wissenschaftlerin Rikke Lund von der University of Copenhagen in Dänemark nachgewiesen. Nach ihren Ergebnissen kann Stress in der Familie das Sterberisiko innerhalb eines Zeitraums von elf Jahren mehr als verdoppeln. Auch Sorgen und starke Belastungen verkürzen demnach das Leben. Männer sind dadurch mehr gefährdet als Frauen. Arbeitslosigkeit vergrößert das Risiko zusätzlich, berichten die Forscherin und ihre Kollegen im „Journal of Epidemiology & Community Health“.

Die Forscher werteten Daten von 9.875 Männern und Frauen aus, die zu Beginn der vorausschauenden Studie zwischen 36 und 52 Jahre alt waren. Mit Hilfe von Fragebögen ermittelten sie, wie häufig persönliche Beziehungen im Alltag Ursache von Streit, Sorge und starker Inanspruchnahme sind. Wie „Wissenschaft aktuell“ zitiert, klagten etwa zehn Prozent über häufige Sorgen und belastende Verantwortung gegenüber dem Partner oder den Kindern. Bei sechs Prozent der Teilnehmer kam es des Öfteren zu Streit mit dem Partner oder den Kindern, weniger häufig mit anderen Bezugspersonen. Im Zeitraum zwischen 2000 und 2011 starben 196 Frauen und 226 Männer, die Hälfte davon an Krebs. Für die statistische Auswertung wurden Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, chronische Krankheiten, depressive Störungen und berufliche Stellung berücksichtigt. Als größte Gefahr für die Gesundheit erwiesen sich häufige Konflikte, die das Sterberisiko auf das Zwei- bis Dreifache ansteigen ließen. Sorgen und starke Beanspruchung durch Partner und Kinder erhöhten die Sterberate um 50 bis 100 Prozent. Arbeitslosigkeit vergrößerte die Gesundheitsgefährdung durch sozialen Stress zusätzlich. Unter den Folgen von großen Sorgen um den Partner litten Männer mehr als Frauen.

Annette Bulut (mp)

 

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