„Soziale Phobie“: Gesteigerte Angst im Job

Foto: I-vista / pixelio.de

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Menschen mit „Sozialer Phobie“ haben Angst vor zwischenmenschlichen Beziehungen und Kontakten. Das hat auch Konsequenzen für ihr Berufsleben. Dabei kann die Angsterkrankung gut überwunden werden, denn sie ist therapierbar – insbesondere bei frühzeitiger Behandlung. Bei „Sozialer Phobie“ fühlen sich die Betroffenen in ihrem eigenen Selbstwertgefühl bedroht. Sie nehmen sich als minderwertig, durchsetzungsschwach oder unsicher wahr. Kritik, Konfrontation, Leistungserwartungen, eigene Fehler – all das macht Betroffenen in gesteigertem Maße Angst.

Insbesondere im Beruf stellt sie die Erkrankung vor große Herausforderungen: So werden beispielsweise höhere Positionen nicht angestrebt, weil sie mit vermehrten sozialen Anforderungen, wie Teambesprechungen oder Vorträgen verbunden sind. Auch werden keine Gehaltsverhandlungen angestoßen oder aus Angst vor Bewerbungsgesprächen ein Jobwechsel nicht in Erwägung gezogen. „Ein Arbeitsplatz stellt je nach Struktur mitunter hohe Anforderungen an die Kommunikationsfähigkeit, wie beispielsweise im persönlichen Gespräch, beim Telefonieren oder in Konferenzen. Während solcher Situationen sind Menschen mit Sozialer Phobie sehr mit ihrer Angst beschäftigt. In dem Bemühen, das eigene Verhalten zu kontrollieren und Fehler zu vermeiden, richten sie ihre Aufmerksamkeit nach innen und können manchmal nicht mehr alle Informationen von außen wahrnehmen. Sie haben dann nur einen Teil ihrer Leistungsfähigkeit zur Verfügung, so dass es ihnen schwer fällt, den Anforderungen der Situation zu entsprechen.

Können solche stressauslösenden Situationen nicht positiv bewältigt werden, drohen nachhaltige Gefühle von Beschämung, Kränkung und Niedergeschlagenheit“, berichtet Professor Fritz Hohagen von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) in Berlin. Bei der Behandlung haben sich kognitiv-verhaltenstherapeutische Methoden als sehr wirksam erwiesen. Ist die Angsterkrankung stark ausgeprägt oder liegt zusätzlich eine Depression vor, können begleitend spezielle Medikamente eingesetzt werden. www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org

Annette Bulut (mp)

 

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