Politiker lernen im Umgang mit den Wählern nicht dazu

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Foto: © 2myMind.de / g.m. – Der Deutsche Bundestag

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Politiker legen ihre Scheuklappen im Umgang mit der Bevölkerung nicht ab

Politiker bemerken nicht, oder ignorieren es zumindest, dass sie dem Volk im Hinblick auf einschneidende Veränderungen zu viel zumuten. Über den Willen der Menschen hinweg und ohne ausreichend Informationen der Bevölkerung zum Warum, Wie, Wann und Wo, bestimmt eine im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung kleine Handvoll Minister und Abgeordnete, was gut und richtig für das Ansehen des Landes in der Welt, aber nicht unbedingt immer auch gut für das Volk ist. Diese Politiker wundern und entsetzen sich dann über das Entstehen und das Auftreten von Aktionsbündnissen wie Pegida und weiteren Gruppen, selbst wenn diese im Kern friedlich sein sollten. Dass sich diesen Bündnissen in der Folge aber rechte Gruppierungen und Neonazis anschließen, dass es zu einer Vielzahl verbaler Entgleisungen kommen und zum Teil auch Gewalt mit ins Spiel geraten kann, liegt in der Natur der Sache.

Sicher haben die Bündnisse häufig den falschen Weg eingeschlagen, indem sie den Rechtsextremen die Chancen zu großen Auftritten geebnet und sich selbst damit in die Schusslinie gebracht haben. Auch  ausfällige Reden und Kommentare extremerer Aktivisten haben zu Recht für Unmut gesorgt und den Ruf der Aktionsbündnisse demoliert.

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Foto: © 2myMin.de / g.m. – Das Bundeskanzleramt

Doch schnell werden von den Politikern und in der Folge auch von den Medien sämtliche friedlichen Aktionsbündnisse, selbst wenn ihre Beanstandungen am System und ihre Forderungen zumindest zum Teil nachvollziehbar oder richtig sind, pauschal in die rechte Ecke gerückt und ihre Argumente werden als Volksverhetzung gewertet. Dass die Meinungen und Forderungen vielleicht sogar im Sinne der Mehrheit der Bevölkerung sein könnten, spielt bei der Beurteilung überhaupt keine Rolle mehr. Das demonstriert eindeutig die Scheuklappen, die viele Politiker aufgesetzt haben.

Den Willen und die Interessen eines Großteils der Bevölkerung aber zu ignorieren, die Tatsachen, die für sich sprechen, einfach nicht zu beachten und die Aktionsbündnisse ohne genauere Differenzierung samt und sonders in der rechten Ecke anzusiedeln und zu verteufeln, ist zweifellos eine krasse Art der Zensur des Bürgerwillens.

Ein weiteres Indiz dafür, dass Politiker Scheuklappen tragen, ist daran erkenntlich, dass sie nicht bemerken, was im eigenen Land alles zu beanstanden ist und dass im Grunde viele unhaltbare Zustände in den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft existieren, weil nicht ausreichend Geld dafür zur Verfügung steht, zum Beispiel:

    ● Kein Programm gegen Altersarmut
    ● Keine Lösung zum Pflegenotstand
    ● Unzureichend Geld für Polizei und Verbrechensbekämpfung
    ● Unzureichend Geld für die Bundeswehr
    ● Fehlende Mittel für Schule und Ausbildung
    ● Keine Maßnahmen gegen Bevölkerungsschwund
    ● Mangelnde Förderung fähigen Politiker-Nachwuchses

Sollten die Politiker nach dem Schock, den das Auftreten von Pegida und weiteren ähnlichen Aktionsbündnissen bei Ihnen verursacht hat, noch immer nicht begriffen haben, dass unsere Demokratie in Teilen immer kränker wird? Als Bürger hat man den Eindruck, dass die deutsche Politik, jedenfalls die hochkarätige, ohnehin fast nur noch auf internationaler Bühne agiert, unter dem Motto, dass Deutschland ja unbedingt mehr Verantwortung in der Völkergemeinschaft übernehmen müsse.

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Foto: © 2myMind.de / g.m. – Paul-Löbe-Haus

Sollten Politiker so weltfremd und derart abgehoben sein, dass sie tatsächlich nicht gemerkt haben, womit sie selbst durch ihre Handlungsweise Aktionsbündnisse, Protestveranstaltungen und Demonstrationen geradezu provoziert haben?  Wenn sie jetzt immer noch nicht in ausreichendem Maße reagieren, wird eines nicht allzu fernen Tages die Überraschung umso größer werden.

Doch die deutsche Politik muss zunächst einmal mehr bzw. wieder die volle Verantwortung im eigenen Land übernehmen und das Vertrauen der Bevölkerung zurück gewinnen. Die Politiker übersehen, dass in der Zeit von Internet, Facebook, Twitter & Co., wie aus dem Nichts Aktionen ungeahnten Ausmaßes gleichzeitig in verschiedenen Städten des Landes und mit Zulauf von Zehntausenden oder auch Hunderttausenden Menschen entstehen könnten. Diese würden dann mit Sicherheit auf die Straße gehen und nicht, wie 2myMind.de, friedlich mit Worten mahnen, sondern bereit sein, auch Unruhe zu stiften und möglicherweise sogar Gewalt anzuwenden. Und das, weil sie verständlicherweise ihre Rechte als Staatsbürger missachtet sehen.

Sollte ein derartige Zeitbombe erst einmal hochgehen, weil die Politiker nicht rechtzeitig in der Lage waren, ihre Scheuklappen abzulegen, dann darf es niemanden, am Wenigsten die Politiker, selbst wundern, wenn es dann einmal richtig knallt.

2myMind.de / g.m.

 

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