Passivrauchen am Arbeitsplatz: Triftiger Kündigungsgrund

Foto: birgitH / pixelio.de

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Ein Arbeitnehmer hat das Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz. Schützt der Arbeitgeber den Beschäftigten nicht vor dem Zigarettenqualm, kann der Betroffene aus diesem Grund kündigen. Wer sich an seinem Arbeitsplatz vor dem Zigarettenrauch der Kollegen nicht schützen kann, weil der Arbeitgeber keine Abhilfe schafft, darf das Beschäftigungsverhältnis lösen – bei sofortigem Anspruch auf Arbeitslosengeld. Die Verhängung einer Sperrzeit wegen vorsätzlicher Herbeiführung der Arbeitslosigkeit ohne wichtigen Grund ist hier nicht zulässig. Das entschied das Hessische Landessozialgerichts (Az.: AZ L 6 AL 24/05).

Über den Fall berichtete der Nachrichtensender n-tv: Ein Beschäftigter in einem feinmechanischen Unternehmen, in dessen gesamten Betrieb mit Einverständnis des Arbeitgebers geraucht wurde, vertrug die verrauchte Luft nicht und wollte sich auch nicht länger den Gefahren des Passivrauchens aussetzen. Als seine Bitte beim Arbeitgeber um einen Arbeitsplatz in einem rauchfreien Raum ohne Erfolg blieb, kündigte er mit der Begründung, es sei ihm nicht zuzumuten, zu arbeiten, wenn er durch Passivrauch in seiner Gesundheit beeinträchtigt werde.

Passivrauchen ist wie Rauchen gesundheitsschädlich. Während ein Viertel des Zigarettenrauches von der rauchenden Person als „Hauptstromrauch“ inhaliert wird, gehen drei Viertel beim Ausatmen und beim bloßen Glimmen der Zigarette zwischen den einzelnen Zügen als „Nebenstromrauch“ in die Umgebungsluft über. Krebserregende Substanzen können im Nebenstrom in einer bis zu hundertmal höheren Konzentration enthalten sein als im Hauptstrom. www.lungenaerzte-im-netz.de

Annette Bulut (mp)

 

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Die Redaktion fragt:
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