Organspende: Die Entscheidung zählt

Foto: BZgA/akz-o

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Infotelefon Organspende gibt Antworten auf persönliche Fragen

Fast jeder hat sie inzwischen bekommen: Post zur Organspende und damit den Appell, sich für oder gegen eine Organ- und Gewebespende zu entscheiden. Das haben viele schon getan, doch viele haben sich noch nicht festgelegt, sind verunsichert oder haben offene Fragen. Das Infotelefon Organspende kann in solchen Fällen persönlich und individuell weiterhelfen, Wissenslücken schließen und bei der Entscheidungsfindung unterstützen.

Wer eine Entscheidung treffen will, hat viele Fragen, oft auch Vorbehalte oder Ängste. Wichtig zu wissen ist deshalb, dass jeder Arzt bis zuletzt alles versucht, um das Leben des ihm anvertrauten Patienten zu retten, unabhängig davon, ob dieser Organspender sein könnte oder nicht. Die Diagnose des Hirntods ist in Deutschland sicher geregelt und erfolgt durch zwei unabhängige und dafür qualifizierte Ärzte nach einem strikt festgelegten und verbindlichen Protokoll.

Seit den Manipulationen an der Warteliste geht die Zahl der Organspenden bundesweit zurück. Viele Patienten müssen nun noch länger als bisher auf ein Spenderorgan warten. Damit sind sie die Leidtragenden dieser Unregelmäßigkeiten.

Als Konsequenz wurden umfassende Maßnahmen ergriffen, um das System der Organvergabe transparenter und sicherer zu gestalten. Zum Beispiel sorgen intensive Kontrollen für Transparenz. Über die Aufnahme auf die Warteliste entscheiden inzwischen mindestens drei Ärzte und nicht mehr nur einer. Außerdem sind Wartelistenmanipulationen nun strafbar und können mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldstrafe belegt werden.

Die Entscheidung ist freiwillig, niemand ist gezwungen, sich festzulegen – und eine Änderung ist jederzeit möglich. Es ist sehr wichtig, sich zu entscheiden und das „Ja“ oder „Nein“ im Organspendeausweis festzuhalten. Denn das gibt die Sicherheit, dass im Falle des Hirntods auf der Intensivstation die Entscheidung zur Organ- und Gewebespende dokumentiert ist und entsprechend umgesetzt wird. Außerdem entlastet eine eigene und selbstbestimmte Entscheidung die Familie. Gibt es keinen Organspendeausweis, müssen die Angehörigen in einer ohnehin schon belastenden Situation nach dem vermuteten Willen des Verstorbenen oder eigenen Wünschen entscheiden.

Unter der kostenfreien Rufnummer 0800 90 40 400 ist das Infotelefon Organspende montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr erreichbar. Der Organspendeausweis und Infomaterial können über das Infotelefon kostenlos bestellt werden. Das Team nimmt außerdem schriftlich Bestellungen unter infotelefon@dso.de entgegen.

Es gibt viele Gründe, über Organ- und Gewebespende nachzudenken, sich vorurteilsfrei zu informieren und eine Entscheidung zu treffen – die wichtigsten sind:

1. Ein ausgefüllter Organspendeausweis schafft Klarheit. Mit einer dokumentierten Entscheidung kann jeder dafür sorgen, dass im Ernstfall der eigene Wille umgesetzt werden kann. Eine Entscheidung zur Organ- und Gewebespende kann übrigens auch in einer Patientenverfügung festgehalten werden.

2. Jeder kann in die Situation geraten, eine Organ- oder Gewebespende zu benötigen, um zu überleben oder seine Lebensqualität zu verbessern.

3. Eine Organ- und Gewebespende ist nach wie vor wertvoll und rettet Menschenleben.

akz-o (Pressedienst)

 

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Die Redaktion fragt:
Sollten nicht trotz der Organspendeskandale und wegen des dramatischen Rückgangs von Organspenden mehr Menschen ihre Bereitschaft zur Organspende erklären?

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