Neue Partei gegründet: PZBL

PZBL – Partei zur Begrenzung der Lebenszeit löst Rentenproblem (Satire)

Bildmontage Foto + Bild: Sebastian Bernhard / pixelio.de

Bildmontage: Foto Sebastian Bernhard, Bild Michael Groß / pixelio.de

Jung sein“ ist Super-Mega-In, „Alt sein“ dagegen Total-Mega-Out. Die Gründer der neuen Partei sind selbstverständlich jung und natürlich dynamisch, aber auch voller Ängste über Ihre eigene Zukunft. Immer älter werdende Alte in unserem Land führen natürlich dazu, dass auf der anderen Seite immer weniger Arbeitnehmer mit ihren Sozialabgaben immer mehr Rentner finanzieren müssen. Deshalb wird von den etablierten Parteien schon seit Jahren an der Lebensarbeitszeit, die früher mit dem Alter von 65 Lebensjahren beendet wurde, geschraubt. Die Wirtschaft beschäftigt weniger und weniger Alte, die für ihre letzten Erwerbsjahre arbeitslos werden oder in Frührente gehen müssen.

Unter diesen Bedingungen ist es doch geradezu schizophren, dass die Politik die Verlängerung der Lebensarbeitszeit bis zum Alter von 67, neuerdings wird schon von 70 Jahren gesprochen, heraufsetzt. Schizophren ist das schon, aber anders werden die zukünftigen Renten in Deutschland nicht zu finanzieren sein. Die Gründer der PZBL argumentieren nun, die Gesellschaft müsse einsehen, dass diese Entwicklung, wenn sie sich nicht drastisch ändere, zwangsläufig zur Verarmung der Mehrzahl der Bevölkerung im Alter führen werde. Letztlich werde aber auch der Staat, trotz der auf ein absolutes Minimum gesenkten Renten und Grundsicherungen, aufgrund der Menge der zu Versorgenden den Staatsbankrott erleiden.

Foto: von Peter Van den Bossche from Mechelen, Belgium (Capsules in capsule hotelUploaded by Chime) [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

Foto: von Peter Van den Bossche from Mechelen, Belgium (Capsules in capsule hotelUploaded by Chime) [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

Die Partei hat folglich ein Wahlprogramm aufgestellt, das nach ihrer Auffassung als einzig mögliche Zukunftslösung die Begrenzung der Lebenszeit fordert. Ihr Programm wird jedoch erst im Herbst offiziell vorgestellt. Aus gut unterrichteten Kreisen verlautet aber, dass die Partei die Lebenszeit generell auf 75 Jahre begrenzen will und rechnet die Einsparung von vielen Milliarden im Jahr vor, wodurch sich das unlösbar erscheinende Rentenfinanzierungsproblem quasi von selbst löst. Um ihr eigenes Wählerpotential, das ja in erster Linie aus den jüngeren Generationen stammen wird, nicht zu vergraulen, werden im künftigen Parteiprogramm jedoch Möglichkeiten vorgesehen sein, welche das Weiterleben nach Vollendung des 75. Lebensjahres unter bestimmten Bedingungen ermöglichen sollen. Eine der Möglichkeiten wird in der Zahlung von Alterssteuern, in der Höhe gestaffelt bis zum 77, 80, 85 Lebensjahr und darüber liegen. Alternativ könnten die Alten ihre Lebenszeit auch durch regelmäßige Ableistung einfacher, aber für die Grundversorgung der Bevölkerung unerlässlicher Aufgaben, die heute noch durch kostenintensive Produktionsanlagen ausgeführt werden, verlängern. Denkbar wären etwa Ertüchtigungsanlagen, auf denen die Alten täglich einige Stunden auf Ergometern trainieren, womit sie ihrer Gesundheit dienen und dabei gleichzeitig Strom erzeugen, der ins Netz eingespeist werden kann. Verständlicherweise würde natürlich nur die Masse vieler Teilnehmer den Erfolg ausmachen. Die Dritte angebotene Möglichkeit der Lebenszeitverlängerung wäre die drastische Kostenreduzierung ihrer Unterbringung und Versorgung.

Gerüchten zufolge sollen bereits Investoren daran interessiert sein, nicht mehr benötigte Legehennenbatterien zu sogenannten „Lebensverlängerungsheimen“ umzubauen und die Alten dort unterzubringen. Für eine artgerechte und lebensbejahende Haltung der Alten würden keine Kosten und Mühen gescheut. Als Vorbild dienen den Investoren die japanischen Capsule-Hotels.

Foto: Jerzy Sawluk / pixelio.de

Foto: Jerzy Sawluk / pixelio.de

Wie für viele kleine Splitterparteien üblich, verfügt auch die PZBL über kein durchdachtes und realisierbares Parteiprogramm. Sie stellt zwar eine einschneidende Forderung auf, bietet aber keine Lösung für das in diesem Fall wichtigste Problem an. Was geschieht in den Fällen, in denen die Alten weder selbst noch ihre Angehörigen die Kosten für die Lebenszeitverlängerung tragen können, oder wenn keine Angehörigen oder Freunde zum Zahlen mehr da sind?

Zum Glück existiert die PZBL-Partei ja auch gar nicht und der Beitrag ist nur als Satire zu verstehen. Noch können wir von Glück sagen, dass diese Vision nicht der Realität entspricht. Der Beitrag soll bewusst provozieren und aufrütteln, damit alle jüngeren Menschen aufwachen und über die wahre Situation sehr vieler alter Menschen nachdenken. Diese alten Menschen sind heute noch ihre Großmütter und Großväter, morgen schon ihre Mütter und Väter und übermorgen sind sie es selbst. Wer heute für die Verbesserung der Situation der Alten etwas Entscheidendes unternimmt, tut es insbesondere auch für sich selbst.

2myMind.de / g.m.

 

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Die Redaktion fragt:
Denkst Du manchmal darüber nach, wie es sein wird, wenn Du in Rente gehst?

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