Mittelmeer: Überlebende berichten von Tragödie

Foto: © UNHCR A. D`Amato - Flüchtlinge und Migranten werden im Mittelmeer auf dem Weg von Nordafrika nach Europa von der italienischen Küstenwache gerettet. (2014)

Foto: © UNHCR A. D`Amato – Flüchtlinge und Migranten werden im Mittelmeer auf dem Weg von Nordafrika nach Europa von der italienischen Küstenwache gerettet. (2014)

UNHCR – Genf – 20 April 2016
Am Dienstag, den 19. April befragten UNHCR-Mitarbeiter Überlebende eines Bootsunglückes im Mittelmeer, das möglicherweise das schlimmste der letzten zwölf Monate ist. Wenn sich die Angaben bestätigen, sind bis zu 500 Flüchtlinge und Migranten beim Untergang eines großen Schiffs an noch unbekannter Position zwischen Libyen und Italien ums Leben gekommen. Die 41 Überlebenden (37 Männer, drei Frauen und ein dreijähriges Kind) wurden am 16. April von einem Frachtschiff gerettet und nach Kalamata auf der griechischen Halbinsel Peloponnes gebracht. Unter den Überlebenden sind 23 Somalier, 11 Äthiopier, 6 Ägypter und ein Sudanese.

Die Überlebenden berichteten UNHCR, dass sie Teil einer Gruppe von 100 bis 200 Menschen waren, die vergangene Woche nahe Tobruk in Libyen mit einem 30 Meter langen Boot in See stachen.

Nach mehreren Stunden auf hoher See versuchten die Schlepper die Passagiere auf ein größeres Schiff umzuladen, auf dem sich bereits mehrere hundert Menschen befanden und das damit hoffnungslos überladen war. Bei diesem Versuch kenterte das größere Schiff und sank. Von den 41 Überlebenden hatten manche das größere Schiff noch nicht bestiegen, manche schafften es zum kleineren Boot zu schwimmen. Womöglich trieben sie bis zu drei Tagen auf dem offenen Meer bevor sie am 16. April entdeckt und gerettet wurden.

UNHCR hat die Überlebenden im örtlichen Stadion von Kalamata besucht, wo sie vorübergehend von den örtlichen Behörden untergebracht worden sind während sie und polizeiliche Maßnahmen erfolgen.

UNHCR fordert weiterhin mehr legale Wege zur Aufnahme von Flüchtlingen und Asylbewerbern in Europa zu schaffen. Das schließt Resettlement, humanitäre Aufnahmeprogramme, Familienzusammenführungen, privatfinanzierte Programme sowie Studenten-und Arbeitsvisa ein. Diese Programme würden dazu beitragen, dass sich weniger Menschen in die Hände von Schleppern begeben und den gefährlichen irregulären Seeweg wählen.

UNHCR

 

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