Mittelmeer: Rekordzahl von Flüchtlingen erfordert sofortige Nothilfe

UNO-Flüchtlingshilfe – 02.07.2015

Die Flüchtlingskrise im Mittelmeer spitzt sich zu: seit Anfang des Jahres haben 137.000 Menschen das Mittelmeer überquert. Die große Mehrheit von ihnen sucht in Europa Schutz vor Krieg, Konflikten und Verfolgung. Währenddessen sind Ankunftsländer wie Griechenland mit der hohen Anzahl der Flüchtlinge überlastet und auf schnelle Hilfe angewiesen.

Vorrangig eine Flüchtlingskrise

In der ersten Jahreshälfte ist die Zahl der Ankünfte von Flüchtlingen und Migranten über das Mittelmeer im Vergleich zum Vorjahr um 83 Prozent gestiegen. Bedenkt man die steigende Zahl der Meeresüberfahrten in den Sommermonaten, muss von einem signifikanten Anstieg der Zahlen in der zweiten Jahreshälfte ausgegangen werden.

Ein Drittel der Männer, Frauen und Kinder kamen aus Syrien, deren Staatsangehörige zumeist als Flüchtlinge anerkannt werden. An zweiter und dritter Stelle der Hauptherkunftsländer folgen Afghanistan und Eritrea. Auch diese Menschen kommen fast immer für einen Flüchtlingsstatus in Frage.

85 Prozent der Menschen die über das Meer nach Griechenland und Italien gelangen sind Flüchtlinge

„Die Menschen, die über das Mittelmeer nach Europa kommen sind Flüchtlinge, die Schutz vor Krieg und Verfolgung suchen“, unterstreicht UN-Flüchtlingskommissar António Guterres die Schutzbedürftigkeit der Menschen. „Europa hat die klare Verantwortung Schutzsuchenden zu helfen, (…) Diese Verantwortung abzulehnen, bedroht die Grundfesten des humanitären Systems, das Europa so mühsam aufgebaut hat.“

Östliche Fluchtroute

Inzwischen kommt ein Großteil der Flüchtlinge von der Türkei nach Griechenland, diese östliche Mittelmeerroute hat somit die mittlere Mittelmeerroute, von Nordafrika nach Italien, als Hauptfluchtweg über das Meer abgelöst. Allein in Griechenland sind in den ersten fünf Jahresmonaten 48.000 Menschen angekommen.

Die Infrastruktur in Griechenland, mit nur 2.000 Aufnahmeplätzen, ist überbelastet und Neuankömmlinge leben häufig unter mangelhaften Bedingungen. UNHCR-Helfer George Woode berichtet:

“Ich arbeite seit 16 Jahren in der humanitären Hilfe und war dennoch vollkommen unvorbereitet auf das, was ich in Griechenland sehen musste: In einem 10m²-Container war eine Familie zusammengepfercht mit einer Schwangeren, Kindern und einem alten Mann. Er zeigte auf seinen Hals und stammelte nur: “Wasser!“

Viele Flüchtlinge und Migranten versuchen von Griechenland über Mazedonien und Serbien nach Ungarn zu gelangen. Aktuell nehmen täglich 1.000 Schutzsuchende diese Route, von der  zunehmend von gewaltsamen Zwischenfällen und Misshandlungen durch Schmuggler und kriminelle Netzwerke berichtet wird.

Hilfe vor Ort

Angesichts der prekären wirtschaftlichen Lage in Griechenland und den östlichen Ankunftsländern sind die dortigen Gemeinden und Inseln alleine mit der Versorgung der Flüchtlinge überfordert. UNHCR teilt jetzt überlebenswichtige Hilfsgüter aus, wie z.B. Familienzelte, Schlafsäcke, Wasserflaschen und Hygienesets. Krankenstationen werden eingerichtet, um Verbrennungen, Dehydration, Infektionen und Kriegsverletzungen zu behandeln. Kinder und Jugendliche, die alleine geflohen sind oder deren Eltern auf der Flucht umgekommen sind, sollen in sicheren, sauberen Unterkünften untergebracht und speziell betreut werden. Um diese Hilfe weiter leisten zu können, braucht UNHCR sofort 2,7 Mio EUR.

Bitte helfen Sie Flüchtlingen mit Ihrer Spende

UNO-Flüchtlingshilfe – 02.07.2015

 

 

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