Löschung intimer Fotos nach Beziehungsende

Foto: pixabay.com

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Der Anspruch auf Löschung digitaler Fotografien und Videoaufnahmen ist nach Beendigung einer Liebesbeziehung auf erotische und intime Aufnahmen beschränkt. Die während einer Beziehung im Einvernehmen erfolgte Fertigung von Lichtbildern und Filmaufnahmen stellt laut ARAG Experten grundsätzlich keinen rechtswidrigen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht der abgebildeten Person dar. Die Einwilligung habe auch zum Inhalt, dass der andere die Aufnahmen im Besitz habe und über sie verfüge.

Im konkreten Fall stritten die Parteien um die Verwendung von Lichtbildern und Filmaufnahmen. Während der zwischenzeitlich beendeten Beziehung wurden einvernehmlich zahlreiche Bildaufnahmen der Klägerin gefertigt, darunter auch intime Aufnahmen, die sie dem Beklagten, einem Fotografen, in digitalisierter Form überlassen hat. Der Beklagte erklärte sich bereit, es zu unterlassen, die Aufnahmen Dritten oder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Parteien stritten ferner darum, inwieweit der Beklagte auch zur Löschung von Fotos verpflichtet ist. Das zuständige Oberlandesgericht (OLG) hat nun entschieden, dass intime Fotos gelöscht werden müssen. Die vollständige Löschung sämtlicher Fotos kann hingegen nicht beansprucht werden. Anders als bei intimen Aufnahmen sind Lichtbilder, welche die Klägerin im bekleideten Zustand in Alltags- oder Urlaubssituationen zeigten, in einem geringeren Maße geeignet, ihr Ansehen gegenüber Dritten zu beeinträchtigen. Es sei allgemein üblich, dass Personen, denen die Fertigung von Aufnahmen bei Feiern, Festen und im Urlaub gestattet werde, diese auf Dauer besitzen und nutzen dürften, erklären die Experten das Urteil (OLG Koblenz, Az.: 3 U 1288/13).

Karin Linke (wid)

 

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Die Redaktion fragt:
Die vollständige Löschung ohne den heimlichen Verbleib von Kopien ist nicht kontrollierbar. Findest Du, dass das Urteil in der Praxis durchführbar ist?

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