Lebenskrise: Was stärkt die seelische Widerstandskraft?

Foto: Jorma Bork / pixelio.de

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Psychische Stärke befähigt Menschen Lebenskrisen besser zu bewältigen. Doch wieso haben manche Menschen sie, während andere an Krisensituationen zerbrechen? Die seelische Widerstandskraft wird als „Resilienz“ bezeichnet. Sie befähigt dazu, in der Krise auch Chance und Sinn zu sehen, und sich nicht als Opfer zu fühlen. Seelsorger oder Therapeuten, die Menschen in Krisensituationen begleiten, wissen, was die scheinbar unverwundbaren Menschen mit starker Resilienz auszeichnet. Sie erkennen ihre Verantwortung und sind bereit, sie auch zu übernehmen, erläutert die Osnabrücker Physiotherapeutin Ina Koetz in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „physiopraxis“.

In stabilen Familien entwickeln Kinder beispielsweise eher eine ausgeprägte Resilienz. „Außerdem scheint es wichtig zu sein, dass Kindern etwas zugetraut wird und sie lernen, Verantwortung zu übernehmen“, sagt Ina Koetz und verweist auf verschiedene Studien zum Thema. Kinder, die überbehütet seien und denen die Eltern viel abnähmen, zeigten dagegen eher Anzeichen einer Depression. Von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung von Resilienz ist auch ein ausgeprägtes soziales Netz. Wer gute Kontakte zu Freunden, Bekannten und Verwandten hat, kann in Krisensituationen auf sie zählen und von ihnen die dringend benötigte Stabilität erhalten. Auch schwere traumatische Erlebnisse können so abgepuffert werden.

Auch Erwachsene können noch an ihrer seelischen Stabilität arbeiten. Hierfür hat die Amerikanische Psychologenvereinigung APA eine „Road to Resilience“ entwickelt, die Menschen mit wenig entwickelter Resilienz unterstützen kann. Die zehn Punkte umfassende Liste enthält Tipps wie „Soziale Kontakte schließen“, „Ziele anstreben“, „Positives Selbstbild aufbauen“, „Optimistisch bleiben“ und „Veränderungen als Teil des Lebens sehen“.

Annette Bulut (mp)

 

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Die Redaktion fragt:
Was hilft am besten, die Widerstandskraft zu stärken: Die Familie, Freunde, Alkohol, Sport?

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