K.O.-Tropfen und sexuelle Gewalt

Häufig werden Frauen nicht nur einfach Opfer der Wirkung von K.O.-Tropfen. Ihr willenloser Zustand wird auch zum sexuellen Missbrauch ausgenutzt.

Foto: androm31 / pixelio.de

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Bewegungsunfähig und willenlos: Wenn Menschen mit K.O.-Tropfen außer Gefecht gesetzt werden, haben sie keine Chance, sich gegen Übergriffe aller Art zu wehren. So kommt zum „knock out“, der für sich selbst genommen schon eine Straftat ist, häufig noch weit Schlimmeres hinzu. Kam es während der Betäubung zu sexuellem Missbrauch, oder besteht auch nur der Verdacht darauf, sollte auf jeden Fall zeitnah ein Arzt aufgesucht werden.

Auch wenn die Hemmschwelle groß ist: Nach einem sexuellen Übergriff braucht das Opfer ärztliche Versorgung. Schon alleine wegen der körperlichen Risiken wie innere Verletzungen oder Infektionen, die durch den Übergriff entstanden sein könnte; aber zum Beispiel auch, um einer etwaigen Schwangerschaft durch die Pille danach vorzubeugen.

Ein Aspekt, der vielen Frauen in dieser Schock-Situation nicht bewusst ist, oder auch äußerst peinlich und unangenehm erscheint, ist die Sicherung von Beweismaterial nach einem solchen sexuellen Übergriff. Für den Nachweis der K.O.-Tropfen gibt es nur ein relativ kleines Zeitfenster: Die Tropfen lassen sich bis zu acht Stunden im Blut nachweisen. Im Urin sind sie bis zu zwölf Stunden nachweisbar. Besonders unangenehm für eine Frau, die Opfer wurde, ist die Aufnahme von Beweismaterial zum sexuellen Übergriff. Für eine Beweisaufnahme sollte sie sich am besten ungewaschen und mit den Kleidern, die sie zum Zeitpunkt des Übergriffs trug, einer Untersuchung unterziehen. Nur so kann später auch der Täter identifiziert werden.

„Nach einem sexuellen Übergriff haben Frauen grundsätzlich die Wahl, ob sie eine Sicherstellung von Beweismitteln möchte. Diese Maßnahme ist grundsätzlich vorteilhaft, selbst wenn sie sich unmittelbar nach dem Ereignis nicht für eine Strafanzeige entscheiden, sie dazu aber zu einem späteren Zeitpunkt entschließen“, so Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) in München.

Sara Tsantidis (glp)

 

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Die Redaktion fragt:
Bist Du auch schon mal durch K.O.-Tropfen außer Gefecht gesetzt worden und weißt Du einen Rat, wie man sich dagegen schützen kann?

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