Jugendliche im Teufelskreis aus Internetsucht und Einsamkeit

Foto: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Foto: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Allein im abgedunkelten Zimmer, Tag und Nacht vor dem Computer, keine Freunde in der wirklichen Welt – viele Eltern machen sich Sorgen, dass ihr jugendliches Kind in einem Teufelskreis aus Internetsucht und Einsamkeit landet – zu recht, wie eine neue Studie jetzt belegt. Denn intensiver Konsum von Onlinespielen und Sexangeboten im Internet beeinflusst die Bindungsfähigkeit von Jugendlichen. Die Folge: Sie sind isoliert, unkommunikativ oder gereizt. Surfen die Jugendlichen über sechs Stunden täglich online, egal ob über Mobiltelefon oder Computer, fällt es ihnen schwerer, Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzubauen, so das Ergebnis der Untersuchung von der Klinik für Psychosomatische Medizin der Universitätsmedizin Mainz. Gehen echte Beziehungen zwischen sozialen Netzwerken wie Facebook und Onlinespielen wie World of Warcraft verloren, wo doch der Aufbau von Freundschaften zu den wichtigsten Entwicklungsaufgaben des Jugendalters gehört?

Dieser Frage ging das Forscherteam um Professor Manfred Beutel mit einer Befragung von rund 2.400 Jugendlichen zwischen zwölf und 18 Jahren nach. „Jugendliche, die häufig Angebote von Onlinespielen und -Sexportalen nutzen, haben eine schlechtere Bindung zu ihren Freunden. Das heißt, sie kommunizieren weniger, vertrauen ihren Freunden nicht so sehr und fühlen sich von anderen stärker entfremdet. All diese Faktoren begünstigen letztlich die soziale Ausgrenzung“, so Beutel. Digitale soziale Netzwerke seien hingegen förderlich für die Beziehung und Bindung zu Gleichaltrigen. Allerdings könnten sie zu einem suchtartigen Gebrauch führen, welcher wiederrum die Bindung zu Gleichaltrigen negativ beeinflusse. Beutels Empfehlung: „Eltern und Lehrern haben die Aufgabe, Jugendliche sowohl in der Entwicklung ihrer Mediennutzung zu begleiten als auch ihren sozialen Umgang zu beachten.“

Annette Bulut (mp)

 

Mach_mit_light_660x48px

Hinterlass Deine Meinung