Griechenland: Schlechte Bedingungen in neuen Lagern

Foto: © UNHCR Stella Nanou - Evakuierung des Lagers bei Idomeni am 25.05.2016

Foto: © UNHCR Stella Nanou – Evakuierung des Lagers bei Idomeni am 25.05.2016

UNHCR – Genf – 27 Mai 2016
UNHCR hat ernste Bedenken bezüglich mangelhafter Bedingungen in mehreren Unterkünften im Norden Griechenlands, in die Flüchtlinge und Migranten aus dem provisorischen Lager bei Idomeni diese Woche umquartiert wurden. UNHCR drängt die griechischen Behörden dazu, mithilfe der finanziellen Unterstützung der Europäischen Union schnell bessere Alternativen ausfindig zu machen.

UNHCR stimmt zu, dass das provisorische Lager bei Idomeni an der griechischen Grenze zur ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien, wo Flüchtlinge unter katastrophalen Bedingungen hausten, evakuiert werden musste und anerkennt, dass dies ohne Anwendung von Gewalt abgeschlossen wurde. Die Bedingungen in einigen Unterkünften, in die die Flüchtlinge und Migranten nun gebracht wurden, fallen jedoch weit hinter Mindeststandards zurück.

Einige der Flüchtlinge und Migranten, die in Idomeni gelebt hatten, wurden in verlassene Lagerhallen und Fabriken gebracht, in denen Zelte viel zu dicht nebeneinander aufgestellt worden sind. Die Luftzirkulation ist nur spärlich und die Versorgung mit Lebensmitteln, Wasser sowie der Zugang zu Sanitäranlagen und Elektrizität sind unzureichend. Flüchtlinge, die mit Bussen aus Idomeni weggebracht wurden, erhielten nur wenige Informationen über die Zustände in den neuen Unterkünften oder die Dauer ihres Aufenthalts dort. UNHCR ist zudem weiterhin besorgt, dass Familien während der Transfers getrennt werden. An mehreren der neuen Standorte, die bereits jetzt überfüllt sind, wurden spontane Ankünfte von Flüchtlingsfamilien gemeldet, von denen einige Idomeni zu Fuß verlassen haben. Die schlechten Bedingungen an diesen Orten verschlimmern die ohnehin große Not der Flüchtlingsfamilien, erhöhen Spannungen unter den Flüchtlingen und verkomplizieren die Anstrengungen Schutz und Hilfe bereitzustellen.

UNHCR steht in engem Kontakt mit dem für Migrationspolitik zuständigen stellvertretenden Innenminister und empfiehlt, dass die von UNHCR vorgeschlagenen Verbesserungen für einige dieser Unterkünfte mit Priorität behandelt werden. UNHCR wird weiterhin den griechischen Behörden bei der Bereitstellung von Nothilfe zur Seite stehen und diese dabei unterstützen, die Bedingungen in den Unterkünften wo immer möglich schnell zu verbessern. Wo es nicht möglich ist, die Umstände auf einen humanitären Mindeststandard anzuheben, müssen Alternativen gefunden und für die Unterbringung von Flüchtlingen vorbereitet werden.

UNHCR wiederholt seinen Aufruf zur umgehenden Identifizierung und Einrichtung von neuen Unterbringungsmöglichkeiten, die den Bedürfnissen der Menschen gerecht werden und die in voller Übereinstimmung mit grundlegenden humanitären Anforderungen stehen. Während solche temporären Notunterkünfte im Moment notwendig sind, arbeitet UNHCR gleichzeitig daran, die Zahl von Unterkunftsplätzen in Apartments und anderen Aufnahmemöglichkeiten zu erhöhen.

UNHCR

 

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