Frauen sind zu schön, um sie zu verstecken

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Sind Frauen nicht viel zu schön, um sie unter zu viel Kleidung zu verstecken?

Unsere westliche Kultur ist sehr freizügig, insbesondere was die Bekleidung der Frauen, angeht. Im Laufe der letzten 70 Jahre nach dem 2. Weltkrieg haben sich die Bekleidungssitten und deren Akzeptanz radikal verändert. Auch angezogen viel nackte Haut zu zeigen, ist gesellschaftsfähig geworden und was die „Klamotten“, die getragen werden, betrifft, zieht jede Frau eben das an, was ihr gefällt. Gefallen muss das noch lange nicht jeder Betrachterin und jedem Betrachter. Vom heißen, gewagten Outfit bis zum schlechten Geschmack ist es oft nur ein kleiner Schritt und es lässt sich nicht von allen Menschen behaupten, dass sie einen guten Geschmack haben. Aber die Masse der Bevölkerung in der westlichen Kultur ist tolerant und schaut eben einfach darüber hinweg.

Leider trifft die Sache mit dem guten Geschmack auch auf einige der Fotografen zu, die leicht oder gar nicht bekleidete Models ablichten. Mit anderen Worten sind bei weitem nicht alle Nacktfotos wirklich ansprechend und ästhetisch. Warum aber sind auch die Macher seriöser Zeitschriften, Magazine und Webseiten bei der Veröffentlichung solcher Fotos manchmal wenig wählerisch? „Hauptsächlich nackt“ scheint die Devise zu sein, auf Schönheit kommt es dabei nicht immer an. „Sex sells“ und damit will man die Leserschaft zum Kaufen oder zumindest zum Klicken animieren.

Es ist bekannt, das Frauen bei der Betrachtung freizügiger Bilder eher auf künstlerische, ästhetische Aufnahmen stehen. Aber für wie primitiv wird die Mehrzahl der männlichen Leser gehalten, wenn man glaubt, dass es denen ganz egal sei, in welcher Form sie Fotos von nackter oder halbnackter Weiblichkeit zu Gesicht bekommen?
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Glauben Fotografen und Medienmacher wirklich, es würde den Lesern Spaß machen, wenn unästhetische Bilder von kaum bekleideten Hungerharken, von Nackten mit unappetitlichen Hautpartien oder überquellenden, nackten Fleischmassen gezeigt werden? Besonders zum Aufregen sind Fotos von offenherzigen Promifrauen, bei denen noch Reste der letzten Schönheits-OP sichtbar sind, ansonsten aber jegliche Hoffnung, dass sie überhaupt noch wiedererkannt werden, abhanden gekommen ist. Nicht selten stammen solche Bilder, die selbst männliche Betrachter eher zum Wegsehen zwingen, aus dem Bereich von TV-Reality-Shows und der Szene der B- und C-Promis. Wenn weniger derartige Bilder, dafür anspruchsvollere veröffentlicht würden, wäre das mehr.

Auf Grund der Kontakte mit Menschen aus anderen Kulturkreisen fragen wir uns, weshalb im 21. Jahrhundert, dass wir als modern und aufgeklärt empfinden, die weibliche Schönheit in einigen Kulturen immer noch in unterschiedlichen Graden verschleiert oder bis zur Unkenntlichkeit versteckt wird? Sicher, wir wissen und respektieren, dass dies aus religiösen Gründen geschieht, weil es als schamlos und unzüchtig angesehen wird, wenn Frauen ihre Haare oder unbedeckte Körperteile, wie etwa ihre Beine, in der Öffentlichkeit zeigen, geschweige denn, sich noch weiter entblößen. Die Mehrheit der Deutschen, abgesehen von Ausnahmen, toleriert aber die in dieser Weise verschleierten Frauen der Migranten in unserer Gesellschaft

Doch stellt sich damit auch die Gegenfrage, weshalb die Ansicht, dass Frauen verschleiert sein müssten, Menschen anderer Kulturen das Recht gibt, über die sich freizügig zeigenden Frauen unserer Kultur so zu urteilen, als wenn es sich bei denen um versaute Luder, gar Nutten handeln würde. Die Frauen westlicher Kulturen sind trotz ihrer Freizügigkeit keine schlechteren Menschen als verschleierte Frauen orientalischer Kulturen. Vor Jahrtausenden schon gab es Kulturen, die mit der Nacktheit freizügig umgingen, ebenso mit der Sexualität, was im Übrigen auch heute noch auf exotische Kulturen zutrifft. Dass dies zu schweren Schäden und Fehlentwicklungen für die Menschheit geführt hätte, ist nicht bekannt. Doch ganz im Gegenteil, haben die sexuelle Verklemmtheit und das kleinbürgerliche Spießertum gegenüber sexuellen Freiheiten und offenherziger Bekleidung in späteren Jahrhunderten der Menschheit viel Schaden und Zwietracht eingebracht.

Eines aber ist mit Sicherheit festzuhalten: Wenn es, wie viele Menschen unterschiedlicher Religionen glauben, ein Gott gibt, der das Universum und damit auch die Menschen erschaffen hat, dann hat er auch die Schönheit der Welt und die der Frauen erschaffen und wird nicht verlangen, diese vor den Augen der Mitmenschen zu verbergen.

 

06.10.2016 – 2myMind.de / g.m.

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