Fast 60 Millionen Flüchtlinge weltweit

Foto: UNHCR / F. Juez - Syrische Flüchtlingsfamilie bei der Registrierung in Wadi Khaled, Libanon.

Foto: UNHCR / F. Juez – Syrische Flüchtlingsfamilie bei der Registrierung in Wadi Khaled, Libanon.

UNHCR 18.06.2015

Trauriger Rekord: Fast 60 Millionen Flüchtlinge weltweit – Mehr Spenden dringend benötigt

Ende 2014 waren fast 60 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung. Zu diesem erschreckenden Ergebnis – nie zuvor wurden so viele Flüchtlinge verzeichnet – kommt der heute veröffentlichte Jahresbericht „Global Trends“ des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR).

Mit 59,5 Millionen Flüchtlingen liegt die Zahl damit um mehr als acht Millionen höher als im Vorjahr (Ende 2013: 51,2 Millionen). 13,9 Millionen Menschen wurden allein im letzten Jahr zu Flüchtlingen und Binnenvertriebenen – viermal so viele wie noch 2010.

Der massive Anstieg wurde vor allem durch den Krieg in Syrien verursacht. 7,6 Millionen Syrer sind Binnenvertriebene, Flüchtlinge im eigenen Land, und knapp 3,9 Millionen suchten Schutz in den Nachbarländern. Auch die Zahlen aus dem Irak sind alarmierend. Dort wurden 3,6 Millionen Menschen zu Binnenvertriebenen.

Foto: © UNHCR / S.Baldwin - Einige von Hunderten UNHCR-Zelten im Flüchtlingslager Garmawa, Nordirak. Tausende Iraker fanden dort Schutz und Sicherheit, nachdem Sie von den Angriffen der IS-Terrorgruppe flüchten mussten.

Foto: © UNHCR / S.Baldwin – Einige von Hunderten UNHCR-Zelten im Flüchtlingslager Garmawa, Nordirak. Tausende Iraker fanden dort Schutz und Sicherheit, nachdem Sie von den Angriffen der IS-Terrorgruppe flüchten mussten.

Aber auch in vielen anderen Ländern kam es zu tausendfachem Flüchtlingselend – der Südsudan, die Zentralafrikanische Republik und die Ukraine sind dramatische Beispiele. In keinem dieser Länder wurden die Probleme zwischenzeitlich gelöst, nur wenige Flüchtlinge konnten heimkehren. Aufgrund des immensen Bedarfs und der oft drastischen Unterfinanzierung von Hilfsprogrammen ruft die UNO-Flüchtlingshilfe dringend zu Spenden auf.

Ein Beispiel hierfür ist das Langzeitkrisenland Südsudan. Seit Ende 2013 sind mehr als 550.000 Südsudanesen in die Nachbarländer Uganda, Äthiopien, Kenia und Sudan geflüchtet. Ungefähr 1,5 Millionen Südsudanesen sind Binnenvertriebene. Die Menschen flüchten nicht nur vor der Gewalt, sondern auch, weil sie hungern: Etwa 3,8 Millionen, ungefähr ein Drittel der südsudanesischen Bevölkerung, haben nicht genug zu essen. Im Südsudan sind erst zehn Prozent der Geldmittel eingetroffen, die UNHCR und seine 39 Partner für die Unterstützung südsudanesischer Flüchtlinge benötigt. Um Abhilfe zu schaffen, hat die UNO-Flüchtlingshilfe in diesem Jahr bislang eine Million Euro für die Südsudan-Hilfe zur Verfügung gestellt.

Foto: © UNHCR / F.Noy - Neuanfang in Uganda: Flüchtlinge aus dem Südsudan bekommen ein Stück Land zum Siedeln zugeteilt.

Foto: © UNHCR / F.Noy –
Neuanfang in Uganda: Flüchtlinge aus dem Südsudan bekommen ein Stück Land zum Siedeln zugeteilt.

Weltflüchtlingstag am 20. Juni: 

Ein Flüchtling ist nicht bloß ein Flüchtling, sondern ein Mensch wie du und ich. Mit einer Familie, einem Beruf, Hobbies und Leidenschaften. Einige von ihnen möchten wir gerne vorstellen unter: www.fluechtlingstag.org

Weitere Infos und Spenden unter: www.uno-fluechtlingshilfe.de

Die UNO-Flüchtlingshilfe wurde 1980 in Bonn gegründet und ist der deutsche Spendenpartner von UNHCR. Im letzten Jahr hat die UNO-Flüchtlingshilfe mit 10,8 Millionen Euro Programme von UNHCR unterstützt.

UNHCR 18.06.2015

 

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