Fahrtauglichkeit: Opa ist kein Verkehrs-Risiko

Foto: Rathiopharm

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Ältere Autofahrer sind kein Verkehrsrisiko. Wenn ein 75 Jähriger spaßig sagt, „ich kann besser fahren als gehen“, verdeutlicht dieses Statement die deutsche Verkehrs-Unfallstatistik und eine neue Studie aus Irland: Senioren bis 75 Jahre sind keine Risikogruppe. Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn stellt klar: „Die älteren Fahrer haben viel Erfahrung. Sie können Gefahrensituationen richtig einschätzen und sie sind auch keine Raser.“ Sie seien vorausschauend und ließen bei Schneetreiben oder Nebel das Auto auch einmal stehen. „Sie wissen, Sicherheit geht vor“, so Rademacher.

Die Untersuchungen zur Fahrtauglichkeit Älterer des irischen Professors Dr. Desmond O´Neill vom Trinity College in Dublin bestätigen die Aussage Rademachers. O´Neill: „Das Alter bringt die Fähigkeit mit sich, sicher Auto zu fahren.“ Darüber hinaus betont er, wie wichtig die Mobilität für viele Ältere ist, weil sie dadurch weiter am sozialen Leben teilhaben können. Über seine Untersuchungen berichtet der Wissenschaftler auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaften für Geriatrie (DGG) sowie für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) in Halle an der Saale. Dort diskutieren vom 24. bis 27. September internationale Experten über das Thema „Stress und Altern – Chancen und Risiken“.

Obwohl die Statistik für die Gruppe der Autofahrer zwischen 75 und 84 Jahren steigende Unfallzahlen aufweist, sei sie kein Risikofaktor. Mit fast zwei Millionen Fahrern in Deutschland ist sie laut DVR nicht klein, aber „Sicherheit im Straßenverkehr ist keine Frage des Lebensalters, sondern der Gesundheit“, erläutert Rademacher. Gesundheitliche Einschränkungen kämen bei dem einen früher, beim anderen erst sehr viel später. Er empfiehlt: Autofahrer sollten frühzeitig beginnen, ihren Gesundheitszustand regelmäßig überprüfen zu lassen. Ärzte und Verkehrsexperten empfehlen diese Untersuchungen schon ab 40 Jahren.

Der regelmäßige Gesundheitscheck für Autofahrer ist wichtig. Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des DVR, wären 60 Prozent der Senioren bereit, ihr Auto stehen zu lassen, sofern ihr Arzt dazu rät. Doch hier zeigt sich laut Studie eine Lücke: Obwohl sich die meisten Senioren regelmäßig beim Arzt durchchecken lassen, sprechen nur wenige mit ihm über den Einfluss der Gesundheit auf die Fahrtüchtigkeit. Weil das eminent wichtig ist, sollten die Auto fahrenden Senioren den Arzt auch auf Fahrtüchtigkeit ansprechen. Denn laut einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage nehmen rund zwei Drittel aller Autofahrer ab 65 Jahren regelmäßig Medikamente ein, bei den über 75-Jährigen sind es sogar 77 Prozent.

Wolfgang Pester (mid)

 

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Die Redaktion fragt:
Gibt es nicht bei den Jüngeren, ebenso wie bei den Älteren, einen Anteil Fahrer, die für sich selbst und andere eine Gefahr darstellen?

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