Elbphilharmonie Hamburg

Kostenexplosion der Elbphilharmonie – statt ursprünglich 77 jetzt 789 Millionen Euro

Foto: Ich-und-Du  / pixelio.de

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Als die Hansestadt Hamburg im Jahr 2005 den Bau des Prestige-Objektes Elbphilharmonie beschlossen hatte, waren 77 Millionen Euro an Gesamtkosten veranschlagt. Bereits 2003 hatte das Baseler Architekturbüro Herzog & de Meuron den Entwurf für das Konzerthaus vorgestellt und der beauftragte Essener Konzern Hochtief hatte 2007 mit dem Bau begonnen, den er 2010 fertigstellen wollte.

Doch es ergaben sich Streitigkeiten aufgrund von Sicherheitsbedenken und auch Kostensteigerungen waren bereits recht bald erkennbar. Im Oktober 2011 kam es bei dem angefangenen Bauwerk zum Baustopp. Zwischenzeitlich waren die nach Baubeginn überschaubaren Kosten zunächst auf 114 Millionen angestiegen. Doch schon Ende 2008 war es erforderlich, erneut einen Nachtragsetat zu verabschieden, der die Baukosten auf stattliche 323 Millionen festlegte.

Die Folgen waren jahrelanger Streit innerhalb der Politik und mit dem Baukonzern Hochtief. Ende 2012 stand fest, dass die gesamte Elbphilharmonie mit Parkhaus und angeschlossenem Hotel nun 575 Millionen Euro kosten wird. Dennoch war die Stadt Hamburg entschlossen, das Gebäude mit Hochtief gemeinsam fertig zu bauen. Die Fertigstellung war für Oktober 2016, die Eröffnung für das Frühjahr 2017 geplant.

Foto: Slawomir Podskrob  / pixelio.de

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Vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Elbphilharmonie sagte der ehemalige Bürgermeister Ole von Beust (CDU), dass er zu der Entscheidung stehe und er sie auch nach wie vor richtig finde. Weiter betonte er, dass er sich vom Rat der Fachleute abhängig fühlte, wonach ein Kostenrahmen von 100 Millionen realistisch gewesen sei.

Doch das Spiel ging weiter: Am 23.04.2013 wurde in den Medien gemeldet, dass der Hamburger Senat den Gesetzentwurf zur Elbphilharmonie verabschiedet hat, wonach Hochtief den Bau zu Ende führen wird und sich zur Risikoübernahme verpflichtet hat. Dabei wurde eine Vollkostenrechnung vorgelegt, worin sämtliche Nebenkosten berücksichtigt waren. Bei den zuletzt genannten 575 Millionen waren Vorplanungskosten, Finanzierungskosten und Baukosten für den kommerziellen Teil nicht berücksichtigt. Laut Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) werden damit insgesamt 789 Millionen Euro vom Steuerzahler zu berappen sein, dabei ist allerdings nach bestem Wissen und Gewissen alles berücksichtigt.

Als Fazit bleibt festzustellen, dass Beharrlichkeit doch fast immer zum Ziel führt. Richtig erfreut dürften sich dabei die Hamburger Steuerzahler fühlen, kommt dieses absurde Megaprojekt, das ja nicht unbedingt einer absoluten Notwendigkeit entsprungen war, doch noch zu einen glücklichen Ende. Es sei denn, der Beton der 1.111 Betonpfähle, auf denen 1963 der neue Kaispeicher A errichtet worden ist und der die Basis für die Elbphilharmonie darstellt, beginnt vor lauter Unverständnis über das, was die Stadtväter ihnen zusätzlich für Lasten aufgebürdet haben, zu zerbröseln.

Am 25. April 2014 hat die Staatsanwaltschaft Hamburg ein Vorermittlungsverfahren zur Prüfung, ob sich Verdachtsmomente für Straftaten ergeben, eingeleitet. Der parlamentarische Untersuchungsausschuss hatte in Bezug auf die um das Zehnfache gestiegenen Kosten und die Verzögerungen des Baus einen 724 Seiten umfassenden Bericht vorgelegt, der nun ausgewertet werden muss. In diesem werden die politisch Verantwortlichen ebenso wie die unmittelbar an der Bauausführung Beteiligten benannt. Neben dem ehemaligen Oberbürgermeister und dem Chef der Senatskanzlei kommen auch der Chef der städtischen Realisierungsgesellschaft sowie die Architekten und der Baukonzern nicht gut dabei weg. 

2myMind.de / g.m.   Stand: 30.05.2014

 

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Die Redaktion fragt:
Wie lang noch darf es Politikern ohne Androhung harter Konsequenzen gestattet sein, hunderte von Millionen an Steuergeldern in den Sand zu setzen?

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