Eine Handvoll unfähiger Politiker verursachen größten Bauskandal

Grafik: © 2myMind.de / g.m.

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BER: Flughafen Berlin-Brandenburg, dumm gelaufen, ignorant geplant und noch ignoranter gebaut

Der Flughafen Berlin Brandenburg BER mit Beinamen Willy Brandt ist nicht nur Berlins, sondern ganz Deutschlands Vorzeige-Skandal-Projekt Nummer 1.

Der Flughafen Berlin Brandenburg BER, der den Beinamen „Willy Brandt“ trägt, ist nicht nur Berlins, sondern ganz Deutschlands Vorzeige-Skandal-Projekt Nummer 1. Über vier Jahre nach dem ursprünglich geplanten Eröffnungstermin, der mehrfach verschoben worden war, steht nach unverständlich viel vergangener Zeit zum Auffinden, Auflisten und Beseitigen der Baumängel, sowie zum grundlegenden Umbau der völlig fehlgeplanten Brandschutzanlage, bisher nur fest, dass der als „endgültiger“ Starttermin mit einem „dehnbaren Zeitfenster“ im zweiten Halbjahr 2017 angesetzte Eröffnungstermin wiederum nicht einzuhalten sein wird. Das Ergebnis bleibt offen und niemand wird sich 2017 mehr wundern, wenn es dann doch erst 2018 wird.

Immer deutlicher wird sichtbar: BER ist in ignoranter Weise von Beteiligten, die weder politischen, touristischen noch flugverkehrstechnischen Weitblick und schon gar keine Ahnung von der Planung und dem Bau eines Großflughafens gehabt haben, geplant, politisch beeinflusst und unter völlig falschen Ansatzpunkten gebaut worden. Diese Handvoll Personen, allen voran die politischen Entscheidungsträger, die Verantwortlichen in den Bundes- und Landesministerien von Berlin und Brandenburg und die beteiligten Flughafen-Manager, die zwar einen bestehenden Flughafen exzellent verwalten aber keinen Neuen bauen können, haben in einer unglaublichen Kette von Fehlentscheidungen Berlin und der Bundesrepublik Deutschland im Ansehen und in hohem Maße finanziell geschadet. Zahlen müssen die zusätzlichen Kosten aber nur die Steuerzahler, während einige der Beteiligten für ihre ignorantes Handeln oder sogar Nichthandeln auch noch mit maßlos hohe Managergehältern und Abfindungen belohnt wurden

Begriffsdefinition zu den Begriffen „ignorant“ und „Ignoranten“

Zur Definition „ignorant“ und „Ignoranten“ sei an dieser Stelle die Bedeutung erklärt: Der Begriff soll hier nicht als beleidigendes Schimpfwort benutzt werden, sondern im wahren Sinne seiner Bedeutung: Laut Duden: tadelnswert unwissender Mensch. Synonyme zu Ignorant sind Dummkopf, Nichtskönner, Nichtswisser, Stümper, Dilettant und passende Adjektive sind unbewandert, unerfahren , unkundig , unwissend , verständnislos.

Politisch ignorante Fehlentscheidung, BER in eigener Regie zu bauen

Nach der politischen Entscheidung, den neuen Berliner Großflughafen nicht auf dem 40 Kilometer südlich von Berlin gelegenen ehemaligen Truppenübungsplatz der DDR beim kleinen Ort Sperenberg zu errichten, der über jede Menge freies Gelände mit Erweiterungsmöglichkeiten verfügt und der wegen seiner Abgeschiedenheit uneingeschränkte Nachtflugbewegungen zugelassen hätte, waren Planung und Bau des BER zunächst an den Generalunternehmer Hochtief AG, ein im Flughafenbau erfahrenes Unternehmen übertragen worden. Wegen vermeintlich zu hoher Kosten übernahmen dann die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund die Planung, die permanente Umplanung und den zum Desaster führenden Bau mit nicht zu überbietender Ignoranz in eigener Regie. Das Ergebnis ist allen hinlänglich bekannt und es soll an dieser Stelle auch nicht weiter darauf eingegangen werden.


 

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Selbst ein Laie bemerkt die Ignoranz bei Planung und Bau des Terminals

Doch selbst wenn man sich als absoluter Laie, also als „Ignorant“ in Bezug auf verkehrspolitische Entscheidungen, touristische und flugverkehrstechnische Entwicklung, Planung von Verkehrsflughäfen sowie bautechnische Details, mit dem vorhandenen Neubau des BER auseinandersetzt, kommt man sehr schnell zur Bestätigung der oben aufgestellten Behauptung. Bei der Bestandsaufnahme zu Fehlplanungen und Mängeln am Bau war zunächst von 20.000, später sogar 40.000 die Rede, im Monat August 2013 allerdings sollen Mängel in der Größenordnung von 40.000 bereits abgearbeitet, über 80.000 weitere jedoch noch in Arbeit gewesen sein. Es sind aber mittlerweile nicht nur die bekannt gewordenen Verzögerungen der Fertigstellung auf Grund von Mängeln und der Fehlkonstruktion der Entrauchungsanlage, die zur Verbrennung von Hunderten Millionen Steuergeldern geführt haben, sondern die Tatsache, dass bei den im gesamten Berliner Flugverkehr für 2017 weit über 30 Millionen zu erwartenden Passagieren feststeht, dass die ursprüngliche Kapazität des BER, die bei 27 Mio. Passagieren liegt, bei dem geplanten Betrieb als Single-Airport völlig unzureichend ist. Obwohl der Flughafen Berlin Brandenburg mit Erweiterungen um ein Low Cost Terminal am Rand der Nordpier auf insgesamt nur etwa 30 Millionen Fluggäste ausgelegt ist, steckt selbst die Planung für die unverkennbar notwendigen großzügigen Erweiterungen, politisch bedingt, in der Sackgasse. Auch die Beibehaltung und Moderisierung des ehemaligen Terminals Schönefeld verbessert die Gesamtsituation nicht maßgeblich. Dabei müssten unter den gegebenen Umständen bereits jetzt nicht nur Planungs- sondern Bauarbeiten im Gange sein, wenn der Flughafen Tegel nach Eröffnung des BER geschlossen und ein Weiterbetrieb durch massive Bebauung völlig ausgeschlossen werden soll.

Mehdorns Kampf gegen Windmühlenflügel

Es war schon nahezu rührend, mit anzusehen, wie der ehemalige Flughafenchef Hartmut Mehdorn – wie gegen Windmühlenflügel kämpfend – versucht hatte, den verantwortlichen Politikern klarzumachen, dass die derzeitige Kapazität des BER bei der vorgesehenen Schließung des Flughafens Tegel einfach nicht ausreichen kann, um den zu erwartenden Verkehr auf einem künftigen Single-Airport zu bewältigen. Alle Vorschläge, bis dahin Erweiterungskapazitäten, z.B. durch Ausbau und Weiternutzung des alten Schönefelder Terminals, durch Erweiterung eines der Seitenpiers von BER, durch Hinzufügung weiterer Gepäckbänder im Nadelöhr „Hauptterminal“, durch das alle Passagiere geschleust werden müssen, zu schaffen, erschienen mehr oder weniger hilflos und vor allen Dingen als Provisorien. Dabei zeigt die Entwicklung des Berliner Flugverkehrs, dass bis zum Jahr 2030 nicht nur 40 Millionen Passagiere, sondern womöglich 60 Millionen erreicht werden könnten. Auch die sofortige Planung und der zügige Bau eines Satelliten-Terminals an der schon dafür vorgesehenen Position auf dem Vorfeld, der bei dem gezeigten Bautempo wahrscheinlich auch mindestens 5 Jahre dauert und natürlich auch zusätzlich Hunderte Millionen kostet, ist politisch nicht gewollt. Dabei entstehen schon weitere neue Probleme.

Erneute Ignoranz in Bezug auf dringend notwendige Erweiterung

BER ist, völlig im Gegensatz zum Flughafen Berlin-Tegel ein Airport der weiten Wege. Allein von den Parkhäusern zum Terminal sind bis zu 600 m zurückzulegen, von dessen Zentrum dann weitere 500 m bis zu einem der äußeren Gates im Bereich des Hauptpiers mit seinen 15 Fluggastbrücken. Bei Abflügen von Gates in den winkelförmig anschließenden Nord- oder Südpiers kommen nochmals 400 m dazu. Im ungünstigsten Fall haben die Passagiere also bis zu 1,5 Kilometer zwischen Parklatz und Abfluggate zu bewältigen. Mindestens ebenso weit wären die Wege zu den äußeren Gates eines 1. Satellitenterminals, bis zu 1,8 Kilometer aber zu denen eines für die Zukunft unerlässlichen 2. Satellitenterminals. Wie das jetzt schon als Nadelöhr bezeichnete und immer enger werdende „Hauptterminal“, durch das dann bis zu 40 Mio. Passagiere oder mehr geschleust werden müssten, diese Menschenmengen und deren Abfertigung inklusive Gepäckaufgabe und Ausgabe bewältigen sollen, weiß bislang niemand zu sagen. Und offensichtlich hat auch keiner der Verantwortlichen in der Politik auch nur die geringste Lust, sich mit den Argumenten für die jetzt schon überfällige Erweiterung zu beschäftigen, dazu Stellung zu nehmen und Entscheidungen herbeizuführen, was wiederum für erneute Ignoranz spricht.

Selbst die Lufthansa warnt über die Medien, dass der Bau eines Tunnels zu einem Satelliten-Terminal, der eine offene Baugrube quer über das Vorfeld des Hauptterminals erfordert, dringend vor der Inbetriebnahme des Flughafens erfolgen müsse, da sonst der Flugbetrieb, also die Rollbewegungen zu den Landebahnen massiv behindert werden würden.

Wenn man die Reaktionen der Politik auf die Vorschläge in den Medien verfolgt, kann man meinen, dass die eindeutigen Fakten zu der Sachlage und zu der sich anbahnenden Misere überhaupt nicht wahrgenommen und schon gar nicht ernst genommen werden, denn grundsätzlich werden nur immer die höher steigenden Kosten in den Focus gestellt und weitere Kosten für den Ausbau strikt abgelehnt.

Die Lage des BER-Terminals ist eine ignorante Fehlplanung

Daraus ist schon für den Laien ersichtlich, dass BER in der bestehende Weise eine Fehlplanung darstellt. Wie es von Anfang an bei vorhandener Weitsicht der Politiker und Planer selbst auf der begrenzten Fläche des BER hätte anders gemacht werden können, zeigen die Grafikdarstellungen, die von einem Laien erstellt worden sind und die weder Anspruch auf flughafentechnische noch bautechnische Korrektheit erheben, sondern lediglich klarmachen sollen, dass eine intelligentere und zukunftsorientiertere Lösung für den BER bei entsprechender Weitsicht realisierbar gewesen wäre.

Wie man BER besser und zukunftssicherer hätte planen und bauen können

Dazu hätte das jetzt stehende Terminal auf vorhandenen, leicht vergrößerten Fläche lediglich anders angeordnet werden müssen, ebenso die zuführenden Verkehrswege, einschließlich des unterirdischen Bahnhofs. Die derzeitige Anordnung des Terminal verschwendet Platz, vor allem aber blockiert sie die Möglichkeit, dicht neben dem ersten Terminal bei geringfügigem Ausbau der Straßenanbindung ein „gespiegeltes“ zweites Terminal mit gleicher rechnerischer Kapazität von 30 Millionen Passagieren zu bauen, ohne die umständlich zu erreichenden und einer provisorischen Erweiterung gleichenden Satellitenterminals, die obendrein beengter sein und weniger Komfort bieten werden. Gleichzeitig wäre das mit ansteigenden Fluggastzahlen immer stärker anwachsende Problem des Nadelöhrs im Hauptterminal bei einer solchen Anordnung überhaupt kein Thema.

Der Bahnhof hätte durch entsprechende Zugänge für beide Terminals ausgelegt sein können, die einseitig aus der östlichen Richtung angelegte Autobahnanbindung hätte bequem für eine Weiterführung der Autobahn mit westlicher Anbindung vorbereitet sein können.

Ignoranz und mangelnde Weitsicht der Verantwortlichen

Wie die Politik die sich abzeichnende Entwicklung der nach der Wende aufblühenden Metropole Berlin, die Besucher aus aller Welt anzieht und deren Flughafen sich zu einem Luftverkehrsdrehkreuz entwickeln wird, derartig falsch einschätzen konnte, ist absolut unverständlich. Wie überhaupt ein Hauptstadt-Airport, der obendrein als Single-Airport betrieben werden soll, was für Metropolen dieser Größenordnung weltweit ungewöhnlich ist, ohne komfort- und zukunftsorientierte Erweiterungsmöglichkeiten mit einer Kapazität von nur 30 Millionen Fluggästen in einem einzigen Hauptterminal geplant und gebaut werden konnte, lässt auf absolut mangelnde Weitsicht und auf besagte Ignoranz schließen.

Einem weitblickenden Politiker wie Ernst Reuter oder dem Namensgeber der Flughafens „Willy Brandt“ wäre das nicht passiert.

2myMind.de / g.m.

 

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