Editorial

Wie es dazu kam

 

Eigentlich …..

2MyMind_Symbol_240pxdürfte es das neue Portal 2myMind.de gar nicht geben, denn eigentlich hätte sich der Herausgeber nach vielen Jahren selbständiger Tätigkeit ja nicht unbedingt auch noch intensiver mit dem Medium Internet beschäftigen müssen.

Eigentlich wäre es doch angemessener gewesen, es nach Höhen und Tiefen, Erfolgen und Niederlagen einfach gut sein zu lassen und sich nicht mit einem Projekt zu beschäftigen, das nicht nur rein kommerziell auf Erfolg aus ist, sondern sich in erheblichen Umfang mit Themen aus dem sozialen Bereich, Missbrauch, Skandalen sowie Problemen Alter, Kranker, Behinderter und Hilfsbedürftiger, um nur einige zu nennen, befasst. Stattdessen Arbeit rund um die Uhr, Beschäftigung mit Projektentwicklung und technischer Umsetzung, Lösung von Problemen unterschiedlichster Art, selbstauferlegter Stress und Termindruck, Beschäftigung mit einer Vielzahl von Beitragsthemen aus den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft. Das muss doch nicht unbedingt sein, das muss man sich doch nicht antun. Doch dass es sich nun einmal so entwickelt hat, ist gut so und es wäre schön, wenn das Projekt mit seiner Zielsetzung, Aufmerksamkeit zu erregen und damit etwas in der Gesellschaft zu bewirken, ein Erfolg werden würde. Aber wie kam es eigentlich dazu?

Erst durch das Internet und die zahlreichen Homepages der Printmedien, der Rundfunk- und Fernsehsender und der Nachrichtenportale entwickelte sich für Leser, Hörer, Zuschauer bzw. User generell die Möglichkeit, nicht nur zu konsumieren, was ihnen vorgesetzt wurde, sondern sich selbst zu beteiligen und die vielfach angebotenen Kommentarfunktionen unterhalb der Beiträge zu nutzen. Doch dabei blieb es bekanntlich nicht, denn bald kamen Umfragen mit verschiedenen Abstimmungsmöglichkeit in Mode. Oft wurden und werden, je nach Medium, mehr oder weniger umfangreiche Beiträge über durchaus wichtige, interessante, brisante oder gar skandalöse Themen zur Abstimmung gestellt, verschwinden aber oft genauso schnell wieder aus dem Blickfeld, weil das aktuelle Tagesgeschäft der jeweiligen Medien eine intensivere Beschäftigung damit nicht zulässt. Das löste die Idee für ein Portal aus, in dem zu vielfältigen Themen ausführlicher diskutiert und über einen längeren Zeitraum abgestimmt werden kann.

Der andere Aspekt ist, dass mündige Bürger schon lange nicht mehr alles klaglos und stumm hinnehmen, was Regierungen, Politiker, Behörden und öffentliche Einrichtungen ihnen vorsetzen. Mehr als jemals zuvor wird ihnen bewusst, dass sie zwar in einem der reichsten und wirtschaftlich erfolgreichsten Länder der Welt leben, doch auch hier die Schere zwischen Arm und Reich immer mehr auseinander driftet. Regierungen und Politiker aller politischen Richtungen und mehrerer Generationen haben es trotz gegenteiliger Versprechungen tatsächlich geschafft, die Entwicklung immer stärker dahin zu führen, dass eine verhältnismäßig kleine Zahl von Wohlhabenden, Reichen und Unersättlichen immer mehr verdient und ein wohl gar nicht so geringer Teil von ihnen, als Dank dafür, die Mehrheit der hart arbeitenden Bevölkerung durch Steuerbetrug in Milliardenhöhe nachhaltig schädigt. Bei dem überwiegenden Teil der Bevölkerung, also abhängig Beschäftigten, vielen Gruppen Selbständiger und kleiner Unternehmer, Freiberufler, Rentner usw. kommen selbst die oft hartnäckig erkämpften Lohn-, Gehalts- und Rentenerhöhungen bzw. kleinen Steuervergünstigungen überhaupt nicht an. Sie werden, ganz im Gegenteil, eigentlich schon vor deren Wirksamkeit durch die massiven Preiserhöhungen in allen Bereichen zunichte gemacht. Die Gier von Unternehmen und Handel ist unersättlich. So bleibt, Scheibchen für Scheibchen, immer weniger vom hart erarbeiteten Geld zum Leben übrig und Familien kommen ohne eine Berufstätigkeit der Frauen bzw. Ausübung mehrerer Jobs auch kaum noch über die Runden.

Dadurch steht den Menschen immer weniger Geld bei immer mehr Arbeit zur Verfügung, ihre Renten sind, insbesondere für die jüngeren Generationen, alles andere als sicher und für Viele ist die angeblich „drohende“ Altersarmut bereits bittere Realität oder muss für die Zukunft als unvermeidbar akzeptiert werden. Über den Pflegenotstand, von dessen Auswirkungen nicht Wenige in der immer älter werdenden Gesellschaft bedroht sind, wird viel diskutiert, doch Lösungen sind nicht in Sicht.

Der Chefredakteur hat es sich zur Aufgabe gemacht, über das Portal 2myMind.de mit dazu beizutragen, dass in der Öffentlichkeit breiter, intensiver und nachhaltiger über brisante Themen diskutiert werden kann und somit aussagekräftige Abstimmungen darüber zustande kommen können. Anhand einer höheren Teilnehmerzahl bei den Abstimmungen könnte den Verantwortlichen und Regierenden nicht nur ein aktuelles Stimmungsbild der Bevölkerung gezeigt werden, sondern auch, wo die Grenzen des Erträglichen liegen.

Die Zeiten haben sich durch das Internet geändert, die Bürger werden in Zukunft nicht mehr vier Jahre nach der Wahl nur schweigen, innerlich schmoren und alles hinnehmen, sondern Druck auf die Politik ausüben und indirekt ein wenig mit regieren. Das darf nicht zur Unregierbarkeit führen, soll aber das Denken und Handeln der Politiker im Sinne einer real besseren Politik nicht gegen sondern für die Mehrheit der Bevölkerung umlenken.

2myMind.de ist ein Netzwerkprojekt und verfügt demzufolge über keine schicken Büros und keine aufwendige Verwaltungsstruktur mit hohen Kosten. In Bezug auf die Inhalte ist es weitgehend auf freiwillige Mitarbeiter für Wort- und Bildbeiträge angewiesen. Dennoch ist die künftige Finanzierung auf Werbeeinnahmen unerlässlich, insbesondere für den Fall, dass das Portal bei den Usern gut ankommt, entsprechend weiterentwickelt und technisch ausgebaut werden muss.

Es bleibt zu hoffen, dass sich viele Menschen aus allen Teilen der Bevölkerung für die Diskussionen und das Infotainment in 2myMind.de interessieren und dass sich darüber hinaus auch möglichst viele bekannte und prominente Persönlichkeiten, deren Meinung in der Öffentlichkeit ja bekanntlich von besonderem Gewicht ist, in diesem Sinne im Portal mit eigenen Beiträgen beteiligen und 2myMind.de bei dieser Aufgabe tatkräftig unterstützen.

Gert Meyer
Chefredakteur