Dringend Spenden für Bevölkerung von Falludscha nötig

Foto: © UNHCR Anmar Qusay - Fortlaufend müssen Familien ihr zuhause in Falluja verlassen und werden nun in einem der umliegenden Flüchtlingscamps untergebracht.

Foto: © UNHCR Anmar Qusay – Fortlaufend müssen Familien ihr zuhause in Falluja verlassen und werden nun in einem der umliegenden Flüchtlingscamps untergebracht.

UNHCR – Bagdad – 22.06.2016
Rund 85.000 Menschen sind aus Falludscha und dem Umland geflohen, seit die irakische Armee begonnen hat, die Stadt von den Extremisten zurückzugewinnen. UNHCR braucht dringend rund 17,5 Millionen US Dollar, um die Betroffenen mit dem Nötigsten versorgen zu können.

Allein zwischen dem 15. und 18. Juni sind 60.000 Personen aus der Stadt geflohen. Mit weiteren Tausenden ist zu rechnen.

Das Geld wird einerseits benötigt, um die bestehenden Camps zu erweitern. Außerdem werden dringend Hilfsgüter für die Vertriebenen benötigt, die bereits Monate des Mangels durchmachten und ohne ausreichend Nahrung und ohne adäquate medizinische Versorgung ausharren mussten. Es fehlt nicht nur an Unterstützung für die Grundversorgung der Menschen, sondern auch bei der Behandlung psycho-sozialer Probleme von traumatisierten und erschöpften Personen.

Finanzierungslücke dringend schließen

In kleineren Städten rund um Falludscha stellt UNHCR bereits Zelte und Nothilfe für Familien zur Verfügung. Aber durch die Ereignisse der letzten Woche schnellt die Zahl der Ankünfte rasant nach oben. In manchen Fällen müssen sich bereits zwei oder drei Familien ein Zelt teilen. Für andere gibt es nicht einmal mehr das: Sie müssen unter freiem Himmel schlafen – ohne jegliche Sanitäreinrichtungen. Erschwert werden die bereits alarmierenden Bedingungen durch die extreme Hitze, das Fehlen von Schattenplätzen und einem Mangel an Trinkwasser.

Die steigende Hilfsbedürftigkeit hat UNHCR auch in eine Notsituation bei der Finanzierung gebracht. Bisher sind nur 21 Prozent der benötigten finanziellen Mittel für den Irak und die Region eingetroffen. Anstatt der geplanten 584 Millionen Dollar, wurden 2016 nur knapp 128 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt. UNHCR muss für die Menschen aus Falludscha bereits Gelder einsetzen, die bei anderen Einsätzen fehlen werden.

Überfüllte Camps und weitere Krisenherde

In Amiriyat und Falludscha wurden bereits sechs Camps errichtet; drei weitere sind in Khalidya und Habbaniya Tourist City geplant. Doch das reicht noch lange nicht: UNHCR-Schätzungen gehen davon aus, dass bald weitere 30.000 Menschen auf Hilfe angewiesen sein werden und weitere 20 Camps benötigt werden. Budget wird außerdem für Hilfsgüter wie Decken, Matratzen, Wasserkanister und andere Utensilien gebraucht.

Ebenfalls auf UNHCR-Hilfe angewiesen sind 20.000 Menschen, die in den letzten drei Monaten vor Kampfhandlungen geflohen sind. Auch im überfüllten Debaga Camp in der kurdischen Provinz Erbil sind in den letzten Tagen 3.000 Menschen zu den bereits dort lebenden 10.000 hinzugekommen. Es gibt kaum Latrinen und auch zu wenig Trinkwasser.
In Mosul leben aktuell noch mehr als eine Million Menschen und eine militärische Offensive könnte zu bis zu weiteren 600.000 Vertriebenen führen.

Seit Januar 2014 haben mehr al 3,3 Millionen Menschen im Irak ihr Zuhause verlassen und innerhalb des Iraks Zuflucht gefunden. Eine weitere Million ist seit Mitte der 2000er Jahre auf der Flucht. 230.000 Menschen fanden Zuflucht in den umliegenden Ländern, rund 6.700 sind sogar in die syrische Provinz Al-Hasakeh geflohen, die im kriegszerrütteten Nordwesten Syriens liegt.

UNHCR

 

_

Hinterlass Deine Meinung