Die neue „Sucht“: Ständig im sozialen Netzwerk

cid Düsseldorf - Immer mehr Anwender in sozialen Netzwerken: Das wissen auch Betrüger.  © Jorma Bork / pixelio.de

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Immer mehr junge Menschen empfinden es geradezu als Zwang, ständig in sozialen Netzwerken wie Facebook vorbeizuschauen. Andere ordnen ihren Lebensrhythmus einem laufenden Online-Rollenspiel unter. Ein gefährlicher Trend, den eine repräsentative Umfrage* jetzt aufgedeckt hat. Nach deren Ergebnissen nutzen fast 50 Prozent der unter 30-Jährigen jeden Tag soziale Netzwerke. Davon sind immerhin etwa 20 Prozent täglich über drei Stunden bei Facebook und Co. unterwegs. Und etwa jeder fünfte Bundesbürger unter 30 Jahren spielt täglich Online-Spiele. „Anders als beispielsweise die Sucht nach Zigaretten oder Alkohol, ist der Begriff „Sucht“ im Zusammenhang mit sozialen Netzwerken oder Computerspielen kein anerkannter medizinischer Begriff und gilt deshalb bislang auch nicht als Krankheit“, erläutert Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der „DKV Deutsche Krankenversicherung“ in Köln.

„Unabhängig von dem Begriff „Sucht“ ist aber unbestreitbar, dass soziale Netzwerke und Computerspiele ein gewisses Abhängigkeitspotential bergen können“, sagt Reuter. Dies gilt insbesondere dann, wenn User einen großen Teil ihres Tages damit verbringen oder deshalb wichtige Aufgaben wie Beruf oder Schule vernachlässigen. Wer mit körperlichen oder sozialen Folgen zu kämpfen hat oder einen steigenden Kontrollverlust über seine Nutzungszeit am Computer wahrnimmt, hat in jedem Fall Merkmale eines Suchtverhaltens. Die Abhängigkeit von der virtuellen Welt kann auch zu Entzugserscheinungen führen: „Viele Betroffene zeigen dann ein gereiztes, aggressives oder nervöses Verhalten, sobald zum Beispiel vorübergehend kein Internetzugang zur Verfügung steht“, warnt der Experte.

Neben der Vernachlässigung von beruflichen und privaten Verpflichtungen stellen Betroffene auch oft ihre körperlichen Bedürfnisse – etwa nach Schlaf oder Essen – hintenan. „Ist es einmal so weit gekommen, ist eine strikte Auszeit vom Internet für Betroffene unbedingt anzuraten – auch wenn diese Selbstbeschränkung sicherlich zunächst schwer fällt“, so Reuter. Spezielle Programme helfen dabei, die Nutzungsdauer besser im Blick zu behalten etwa durch technische Laufzeitbegrenzungen. Informationen zu Beratungs- und Hilfsangeboten gibt es unter www.fv-medienabhaengigkeit.de oder unter www.aktiv-gegen-mediensucht.de.

*Die repräsentative Umfrage wurde im Auftrag von ERGO durchgeführt.

glp  (Pressedienst)

 

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Die Redaktion fragt:
Geht es Dir auch so, dass Du nicht aus Deinem sozialen Netzwerk nicht lösen kannst?

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