Der Winter kommt: UNHCR startet Spendenaufruf

Foto: © UNHCR/M.Henley - Ein Flüchtling schützt sich gegen die Kälte an der Grenze zwischen Serbien und Kroatien.

Foto: © UNHCR/M.Henley – Ein Flüchtling schützt sich gegen die Kälte an der Grenze zwischen Serbien und Kroatien.

UNHCR – Genf – 05. November 2015 – Angesichts des nahenden Winters und den weiterhin hohen Ankünften von Flüchtlingen und Migranten in Europa, appelliert UNHCR an die Geber, USD 96,15 Millionen (rund 88 Million Euro) als Hilfestellung für Griechenland und die betroffenen Balkanländer bereit zu stellen.

Die schwierigen Wetterbedingungen verschlimmern zusehends die Lage der tausenden Flüchtlinge und Migranten, die in Griechenland ankommen und ihren Weg über den Balkan fortsetzen. Sollten die dringend benötigten Maßnahmen nicht umgehend gesetzt werden, könnte dies den Verlust weiterer Menschenleben zur Folge haben. UNHCR rechnet mit bis zu 5.000 Neuankünfte täglich, die zwischen November 2015 und Februar 2016 aus der Türkei ankommen werden.

Um einer humanitären Tragödie in den Wintermonaten vorzubeugen, konzentriert sich der Plan auf die Implementierung von Unterstützungsmaßnahmen in den betroffenen Ländern Kroatien, Griechenland, Serbien, Slowenien und der ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien.

UNHCR wird an der Vorbereitung und Verbesserung bereits existierender Unterkünfte und Aufnahmezentren für die Wintermonate arbeiten. Außerdem werden Notquartiere wie Zelte für Familien und andere winterfeste Unterbringungseinheiten zur Verfügung gestellt.

Die meisten Flüchtlinge und Migranten werden auf ihrem Weg Kälte und winterlichen Wetterbedingungen ausgesetzt sein. Hilfspakete mit Winterkleidung, Decken und anderen wichtigen Dingen zum Schutz vor Wind und Wetter werden an Menschen mit besonderen Bedürfnissen verteilt.

Transportmöglichkeiten wie Busse oder Züge sind vielerorts vorhanden, jedoch gibt es auch Gegenden, wo weite Wegstrecken von den Flüchtlingen zu Fuß zurückgelegt werden müssen, um Aufnahme- und Registrierzentren zu erreichen. Als Übergangslösung zieht UNHCR den Transport in Aufnahmenzentren in Betracht, sollten staatlichen Behörden oder andere Partner nicht in der Lage sein alternative Vorkehrungen zu treffen. Dies ist notwendig, um den Flüchtlingen und Asylsuchenden einen schnelleren Zugang zu Schutz und Versorgung zu ermöglichen und um sie vor dem kalten Wetter zu schützen. UNHCR wird mit nationalen und regionalen Regierungen sowie dem Roten Kreuz, NGOs und lokalen Freiwilligen-Netzwerken zusammenarbeiten, um Engpässe bei der Versorgung mit warmem Essen und Trinken an wichtigen Ankunftsorten und in den Aufnahmezentren zu vermeiden.

UNHCR arbeitet außerdem an der Wintertauglichkeit der Wasserversorgungssysteme (Isolierung der Wasserleitungen, Pumpen, Wasserspeicher und –reservoirs, um Frost vorzubeugen sowie der Bereitstellung von adäquaten Heizstrukturen für alle Wasserversorgungspunkte) und der sanitären Anlagen (Isolation von Abwasserleitungen, Klärbehälter etc. sowie Warmwasseraufbereitung für Duschen und die Bereitstellung von adäquaten Heizstrukturen z.B. für Toiletten und Duschen).

Der aktuelle Spendenaufruf in der Summe von USD 96,15 Millionen baut auf dem dringenden Appell vom 8. September 2015 des „Initial Response Plan“ für die Flüchtlingskrise in Europa und dem ergänzenden Aufruf der „Special Mediterranean Initiative“ (Juni – Dezember 2015) vom 30. September 2015 auf.

Dieser Appell für die Vorbereitung auf den Winter ist Teil eines umfassenden „Regional Refugee and Migrant Response Plans“, im Zuge dessen weitere Partner zur Zusammenarbeit mit UNHCR und IOM aufgerufen sind, um eine breit gefächerte Antwort auf die Krise zu geben. Dieser Aufruf beinhaltet keine Aktivitäten, die im 17-Punkte-Plan der betroffenen Staaten beim Treffen zur Westbalkanroute am 25. Oktober 2015 beschlossen wurden. Die Kostenberechnung dieser Aktivitäten wird derzeit in Koordination mit den betroffenen Staaten vorgenommen.

Mit dem neuen Aufruf umfasst die Summe aller Zusatzmittel, die UNHCR benötigt nun USD 172.724.529,-

UNHCR – Genf

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