Betrüger bringen TÜV-Siegel in Verruf

Foto: GTÜ

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Korruptionsvorwürfe beschädigen den guten Ruf des TÜV-Siegels: Angeblich stellen Prüfer bei der Hauptuntersuchung für so manchen Pkw ein Gefälligkeitsgutachten aus. Laut der „Auto Bild“ steckt ein Klüngel von unseriösen Prüfern und Händlern dahinter. Dabei bescheinigen die Prüfer dem Fahrzeug zu Unrecht Mängelfreiheit. Und die Verkäufer bieten den Wagen als „Bastlerfahrzeug“ an, um so die Gewährleistungspflicht zu umgehen. Insider berichten von illegalen Prüfbescheinigungen ohne Prüfung und gewerbsmäßiger Plakettenfälschung.

Das führt dazu, dass „Schrottkisten“ mit frischer HU-Plakette über deutsche Straßen fahren. Und die Käufer sind in vielen Fällen die Dummen. Denn der Nachweis eines Betrugs ist oft schwierig. So auch im Fall eines 18 Jahre alten, offensichtlich nicht verkehrssicheren Seat Toledo.

Eine junge Mutter hat das angeblich mängelfreie Fahrzeug für unter 1.000 Euro mit zwei Jahren TÜV gekauft. Die Neueinstellung der Spur in einer Fachwerkstatt nur wenig später bringt dann den desolaten Zustand des Autos ans Licht. 13 erhebliche Mängel weist der Seat bei einer Nachkontrolle elf Tage und 220 Kilometer nach der Ausstellung der Prüfplakette auf. Unter anderem sind der Motor ölfeucht, die Karosserie vielerorts durchrostet und das ABS nicht funktionsfähig.

In der Regel sollen die Untersuchungen jedoch sauber ablaufen, versichern die Gesellschaften. Sachverständige würden von ihren Arbeitgebern und den Aufsichtsbehörden regelmäßig in offenen und verdeckten Tests geprüft. Die illegalen Machenschaften einiger schwarzer Schafe werfen jedoch einen Schatten auf die ganze Branche.

Thomas Schneider (mid)

 

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Die Redaktion fragt:
Müssten vom TÜV nicht grundsätzliche Vorkehrungen getroffen werden, die den Betrug mit Gefälligkeitsgutachten ausschalten?

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