Abmahnungsgrund: Facebook-Vorschaubilder

Links mit urheberrechtlich geschützten Vorschaubildern auf Facebook-Seiten können Nutzer teuer zu stehen kommen. Fans auf solche Postings besser verzichten.

Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Täglich werden tausende Postings auf Facebook-Seiten hinterlassen, die mit einem Bild versehen sind. Sind solche Vorschaubilder aber urheberrechtlich geschützt, müssen die Betreiber von Fan-Seiten auf Facebook mit kostenpflichtigen Abmahnungen rechnen. In einem aktuellen Fall forderte die Berliner Kanzlei Pixel.Law von einem Seitenbetreiber 1 800 Euro, weil dieser in seiner Chronik einen Link mit einem entsprechenden Bild geteilt hatte, das von einer freiberuflichen Fotografin stammte. Der Nutzer wurde aufgefordert, das Vorschaubild unverzüglich auf seiner Facebook-Seite zu entfernen, eine Unterlassungserklärung abzugeben und Schadenersatz zu leisten. Die Forderung sei der Höhe nach unangemessen, der Sache nach aber durchaus gerechtfertigt, erklärte Rechtsanwalt Christian Solmecke von der Kölner Medienrechtskanzlei Wilde Beuger Solmecke. Der Jurist warnt schon seit langen vor solchen Abmahn-Fallen. Denn nicht Facebook oder der Nutzer, der das Bild hochgeladen hat, sei für solche Urheberrechtsverletzungen verantwortlich, sondern nur derjenige, der ein urheberrechtlich geschütztes Werk auf seiner Seite eingebunden habe. Mit einem geteilten Link auf der eigenen Profilseite ist daher der Profilseiten-Betreiber haftbar.

Besonders pikant ist für den Medienexperten, dass Nutzer auch für Copyright-Verstöße aus der Vergangenheit angemahnt werden können. „Viele Anwender veröffentlichen ja bereits seit Jahren Links mit einer Bildervorschau. Und die Facebook-Nutzer können sogar abgemahnt werden, wenn sie bereits damit begonnen haben, die gesetzten Vorschaubilder zu löschen, denn oft genug sind alte Versionen der Seiten noch über Web-Archive nachverfolgbar“, warnt Solmecke. Lediglich, wenn Webseitenbetreiber Funktionen anbieten, die ein bequemes Teilen ihrer Inhalte auf sozialen Plattformen wie Facebook ermöglichen, könnte etwa die Darstellung von Vorschaubildern auf Profilseiten von Nutzern rechtens sein.

In allen anderen Fällen rät der Anwalt zur Zurückhaltung bei der Bildervorschau. Die Einholung einer schriftlichen Genehmigung und Nennung der Quelle auf der Facebook-Seite ist zwar möglich, in der Praxis aber eher ausgeschlossen. Wird die Profilseite so eingestellt, dass sie nur von bestätigten Freunden eingesehen werden kann, lässt sich die Gefahr einer kostenpflichtigen Abmahnung minimieren.

Kathrin Meyer (gpl)

 

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Die Redaktion fragt:
Bist Du Dir im Klaren darüber, dass Du die Verantwortung dafür trägst, wenn von Dir auf Facebook verwendete Bilder gegen das Urheberrecht verstoßen ?

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